Nach der verheerenden Sturzflut im Grenzgebiet zwischen Nepal und Tibet werden in Nepal nach Behördenangaben mehr als 1.300 Menschen vermisst. Darunter seien mindestens 579 Touristen aus dem In- und Ausland, teilte die Katastrophenschutzbehörde am Donnerstag mit. Bisher wurden auf beiden Seiten der Grenze 165 Tote geborgen, in Tibet werden nach chinesischen Angaben bisher noch Menschen vermisst.
Eine gigantische Sturzflut, die nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS von einem Gletscherabbruch ausgelöst worden war, hatte am Mittwoch ganze Städte und Dörfer im Grenzgebiet zwischen Nepal und Tibet zerstört. In Nepal wurden nach Polizeiangaben inzwischen 162 Tote geborgen.
In China liegt die Zahl der Toten bisher bei drei. Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete am Donnerstag eine vorläufige Bilanz von drei Toten und 558 Vermissten. Damit hat sich die Zahl der Vermissten seit dem Vortag mehr als verdoppelt: Am Mittwochabend hatten Chinas Behörden noch von 265 Vermissten in Tibet gesprochen.
Die Sturzflut traf unter anderem die Ortschaft Syabrubesi in Nepal, die der Ausgangspunkt beliebter Trekking-Routen ist. Unter den vielen Vermissten ist nach Angaben des US-Tourveranstalters Himalayan Glacier auch eine ganze Reisegruppe.
Der Firmenchef Sanket Pandey sagte AFP, es handele sich um 15 Australier, zehn Kanadier, neun Nepalesen, acht US-Bürger, zwei Briten, zwei Singapurer und einen US-russischen Doppelstaatler. "Derzeit werden sie noch vermisst". Sein Team überprüfe die Krankenhäuser, in die Opfer der Katastrophe eingeliefert würden.