Tödliche Katastrophe in Nepal

Schlamm-Lawine: Forscher äußern schrecklichen Verdacht

Eine gewaltige Sturzflut hat in Nepal und dem angrenzendem Tibet viele Siedlungen und mindestens 157 Menschenleben ausgelöscht. War das der Auslöser?
Newsdesk Heute
26.08.2026, 20:13
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Eine massive Sturzflut hat am Mittwochmorgen den Bezirk Rasuwa im Norden Nepals getroffen. Entlang des Bhotekoshi wurden Siedlungen und Infrastruktur schwer beschädigt. Besonders betroffen sind Orte nahe dem Fluss, darunter Syaphrubesi und Timure, berichtet die "Kathmandu Post".

Rund ein Dutzend Siedlungen sollen von der Flut betroffen sein. Behörden starteten eine große Such- und Rettungsaktion. Zwei Hubschrauber der nepalesischen Armee wurden eingesetzt, zusätzlich wurden Armee, bewaffnete Polizei und Nepal Police mobilisiert.

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Bei der Opferzahl bleibt die Lage unübersichtlich. Mindestens 157 Todesopfer wurden bis Mittwochabend europäischer Zeit gezählt. Hunderte Menschen werden aber nach wie vor vermisst, darunter auch viele Touristen. Unter ihnen sind auch Urlauber aus Europa, etwa aus Deutschland, Spanien oder Großbritannien.

Nach Angaben der nepalesischen Hochwasserprognose kam die Flut von der tibetischen Seite der Grenze in den Bhotekoshi. Die genaue Ursache ist noch nicht offiziell bestätigt. Erste Einschätzungen führender Wissenschaftler deuten jedoch auf ein dramatisches Szenario im Hochgebirge hin: Eine Eis-Lawine könnte in den Lhende-Fluss gestürzt sein und ihn blockiert haben. Dahinter hätte sich Wasser aufgestaut, bevor es plötzlich talwärts brach.

Klimaforscher Rijan Bhakta Kayastha von der Kathmandu University sprach von einer vorläufigen Einschätzung. Übersetzt sagte er: "Es gibt Informationen, dass eine Eis-Lawine von der nepalesischen Seite den Lhende-Fluss blockierte." Gleichzeitig habe sich auf tibetischer Seite ein Erdbeben ereignet.

Laut US-Erdbebenbehörde USGS wurde um 8.37 Uhr ein Beben der Stärke 4,4 in tibetischem Gebiet registriert, rund 47 Kilometer nördlich von Gosainkunda. Ob auch ein Gletschersee geborsten ist, könnte laut Kayastha erst in einigen Tagen geklärt werden.

Ein Starkregenereignis in Rasuwa selbst gilt derzeit nicht als Hauptursache. Ein Meteorologe der Hochwasserprognose sagte, die Flut sehe nicht nach einem normalen Regenhochwasser aus. Satellitenbilder zeigten allerdings deutlichen Niederschlag auf der tibetischen Seite der Grenze.

Auch die Katastrophenschutzbehörde erhielt erste Hinweise auf eine blockierte Flussstelle. Sprecherin Shanti Mahat betonte jedoch, dass noch keine offizielle Bestätigung vorliege. Übersetzt sagte sie: "Das ist nur eine erste Einschätzung. Wir konzentrieren uns vorerst auf Rettung und Hilfe."

In der Region gab es bereits im Juli 2025 eine ähnliche plötzliche Flut. Damals wurde ein Ausbruch eines Gletschersees im Bereich des Lhende-Flusses nahe der Nepal-China-Grenze als Ursache genannt. Genau das könnte nun erneut passiert sein.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 26.08.2026, 20:59, 26.08.2026, 20:13