Eine schwere Sturzflut hat am Samstag den berühmten Grand Canyon im US-Bundesstaat Arizona getroffen. Im Gebiet der beliebten Phantom Ranch kam es zu plötzlichen Überschwemmungen, wodurch zahlreiche Felsbrocken, Metallteile und Trümmer in den Colorado River gespült wurden.
Laut dem National Park Service (NPS) werden derzeit etwa 15 Menschen vermisst. Die Flut verwüstete das Umfeld der Phantom Ranch und bedeckte es mit Schlamm, wie Bilder und Videos in sozialen Netzwerken zeigen.
Wie der National Park Service meldet, wurden 62 Menschen evakuiert. Weitere Evakuierungen sind geplant. Verletzte gab es bisher keine.
Die Sturzflut beschädigte zudem die einzige Wasserleitung im Nationalpark, die Touristen und Bewohner mit Wasser versorgt. Fast alle Fußgängerbrücken über den Bright Angel Creek wurden zerstört. Auch Suchhubschrauber waren am Sonntag im Einsatz, konnten bislang jedoch keine Vermissten finden.
Die Überschwemmungen ereigneten sich auf der Nordseite des Grand Canyon, wo der Bright Angel Creek zum Colorado River fließt und dabei knapp 1.830 Meter an Höhe verliert.
Beliebte Ausflugsziele wie der Bright Angel Campground oder die Phantom Ranch blieben auch am Sonntag geschlossen. Rafting-Touren wurden vorübergehend eingestellt, Übernachtungen in Lodges innerhalb des Parks sind ab Montag nicht mehr möglich.
Für das betroffene Gebiet sind bis einschließlich Montag weitere Regenfälle und Gewitter möglich. Der NPS warnt vor neuen Sturzfluten und Steinschlag auf den Wanderwegen.