Acht Monate nach seiner Festnahme durch das US-Militär hat sich der entmachtete venezolanische Präsident Nicolás Maduro aus dem Gefängnis gemeldet. Er sei "standhaft", schrieb er in einer am Sonntag im Onlinedienst Telegram veröffentlichten Botschaft an seine Landsleute in Venezuela. Dazu hat er Fotos veröffentlicht, die ihn offenbar in seinem Gefängnis im New Yorker Stadtteil Brooklyn zeigen.
"Ich schicke diese Fotos als kleines Geschenk an all meine Enkelkinder, an die Jungen und Mädchen und an all die guten Menschen, die uns lieben", schrieb der 63-Jährige. "Ich möchte, dass Ihr wisst, dass wir standhaft bleiben, mit Herzen, die erfüllt sind von eurer Liebe", fügte er hinzu. Auf den beiden Fotos trägt Maduro einen grauen Trainingsanzug und zeigt mit den Händen das Friedenszeichen. Es ist zu erkennen, dass er seit seiner Festnahme deutlich abgenommen hat.
Die Kameradaten zeigen, dass die Fotos am 25. Juni aufgenommen wurden. Das war einen Tag, nachdem in Venezuela bei zwei Erdbeben mehr als 6.500 Menschen ums Leben gekommen sind. Ob die Fotos echt sind, konnte die Nachrichtenagentur AFP nicht überprüfen. Eine Anfrage beim Gefängnis in Brooklyn, ob die Veröffentlichung der Bilder erlaubt wurde, blieb unbeantwortet.
Maduro hat im Gefängnis keinen Zugang zu Zeitungen oder zum Internet. Laut einer Quelle aus seinem Umfeld darf er aber 300 Minuten im Monat mit seiner Familie und seinen Anwälten telefonieren, wobei ein Gespräch maximal 15 Minuten dauern darf. Sein Sohn, Nicolás Maduro Guerra, hat gesagt, sein Vater sei in guter Verfassung und verbringe seine Zeit mit dem Studium der Bibel.
Auf Befehl von US-Präsident Donald Trump hatten US-Soldaten Maduro und seine Ehefrau Cilia Flores am 3. Jänner in Caracas festgenommen und nach New York gebracht. Dort soll ihnen im kommenden Jahr wegen Drogenhandels der Prozess gemacht werden. Der Militäreinsatz hat die 13 Jahre dauernde Regierungszeit des linksnationalistischen Staatschefs beendet, seine Amtsgeschäfte übernahm Vizepräsidentin Delcy Rodríguez. Trump begründete den Einsatz unter anderem damit, dass den USA Einnahmen aus den reichen Ölvorkommen Venezuelas zustünden.