"Reisen oft im Zug nach Kiew"

"Berlin angreifen": Moskau tobt wegen neuer Sanktionen

Nach dem Drohnen-Anschlagsversuch in Leipzig verhängt Deutschland Sanktionen. Nun droht Russlands Sicherheitsrats-Vize mit einem "direkten Schlag".
Nick Wolfinger
02.09.2026, 13:29
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Nach den deutschen Maßnahmen gegen Russland verschärft Moskau den Ton massiv. Dmitri Medwedew, Ex-Präsident und Vizechef des russischen Sicherheitsrates, droht Deutschland mit einem "direkten Schlag" gegen Produktionsstätten für militärische Ausrüstung.

In einem Beitrag auf Telegram bezeichnete Medwedew den deutschen Kurs als "neonazistisch" und "ausgesprochen russophob". Den versuchten Drohnen-Anschlag am Flughafen Leipzig/Halle stellte er als angeblich inszenierte Aktion dar.

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Drohung mit Angriffen auf Berlin

Dann folgte die offene Drohung gegen Deutschland. Die ukrainische Führung bezeichnete Medwedew dabei als "Bandera-Clique" – nach dem ukrainischen Nationalisten und zeitweisen Nazi-Kollaborateur Stepan Bandera.

„Sie verdienen einen direkten Schlag gegen alle deutschen Produktionsstätten für Militärtechnik für die Bandera-Clique. Und womöglich auch gegen einige andere Orte in Berlin.“
Dmitri Medwedewam 2. September 2026 auf Telegram

Westliche Staats- und Regierungschefs bezeichnete er als "Terror-Sponsoren". "Mit Terroristen führt man keine Verhandlungen, und auf ihre Handlungen antwortet man mit Vergeltung", so Medwedew.

Züge mit EU-Politikern im Visier?

Dann folgte eine kaum verhüllte Drohung gegen alle Staats- und Regierungschefs, die die Ukraine unterstützen:

„Jeder Terror hat seine Sponsoren. Im Moment sind das die Staats- und Regierungschefs westlicher Länder, vor allem europäischer. Und sie fahren oft mit dem Zug nach Kiew …“
Dmitri Medwedewam 2. September 2026 auf Telegram

Medwedew ließ offen, was genau er damit meinte. Der Verweis auf die Zugreisen westlicher Spitzenpolitiker nach Kiew ist angesichts russischer Angriffe auf die ukrainische Bahninfrastruktur jedoch brisant.

Auch österreichische Regierungsmitglieder nutzen für Besuche in der Ukraine die Bahn. Außenministerin Beate Meinl-Reisinger reiste etwa im Februar mit dem Zug nach Kiew.

Auch Österreichs Außenministerin Beate Meinl-Reisinger reiste im Februar mit dem Zug in die ukrainische Hauptstadt Kiew. Im Bild: Empfang durch den ukrainischen Außenminister Andrii Sybiha.
x/andrii_sybiha

Putin spricht von "schwerem Fehler"

Auch Kremlchef Wladimir Putin reagierte auf die deutschen Maßnahmen. Bei einer Pressekonferenz in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek bezeichnete er sie als "schweren Fehler".

"Wo sind die Beweise?", fragte Putin und bezeichnete die bisher vorgelegten Belege als "gefälscht". Gleichzeitig warf er der deutschen Bundesregierung vor, aus innenpolitischen Gründen gegen Russland vorzugehen.

Berlin macht Russland verantwortlich

Hintergrund ist ein versuchter Anschlag mit einer Sprengstoff-Drohne am Flughafen Leipzig/Halle vom 4. August. Deutschlands Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Außenminister Johann Wadephul (CDU) hatten am Dienstag Russland für den Drohnenvorfall verantwortlich gemacht und Strafmaßnahmen angekündigt.

Wadephul sagte, dass das russische Konsulat in Bonn geschlossen werden soll. Zudem werde der Vertrag für das Russische Haus in Berlin gekündigt. Begründet wird der Verdacht mit polizeilichen Ermittlungen, Tatmustern und nachrichtendienstlichen Erkenntnissen.

Moskau kündigt Gegenmaßnahmen an

Russland will die deutschen Schritte nicht unbeantwortet lassen. Der stellvertretende russische Außenminister Alexander Gruschko kündigte eine "sehr schnelle" Reaktion an. Moskau werde "auf die Weise reagieren, die es für richtig hält".

Auch das russische Außenministerium stellte eine "spiegelbildliche" Reaktion in Aussicht. Moskau könnte also etwa gegen deutsche diplomatische oder andere Einrichtungen in Russland vorgehen.

{title && {title} } NW, {title && {title} } 02.09.2026, 13:29