Jürgen Klopp steht unmittelbar vor seinem Comeback als Trainer. Zwar fehlt noch die Unterschrift unter dem Vertrag, doch inzwischen gilt es als sehr wahrscheinlich, dass der 59-Jährige neuer deutscher Bundestrainer wird. Sowohl Klopp als auch der Deutsche Fußball-Bund haben in den vergangenen Tagen mehrfach deutlich gemacht, dass sie künftig zusammenarbeiten wollen.
Nach dem enttäuschenden WM-Aus Deutschlands kommt diese Entwicklung kaum überraschend. Julian Nagelsmann zog nach der Niederlage gegen Paraguay die Konsequenzen und trat als Teamchef zurück. Damit erfüllte sich letztlich das Szenario, das Klopp bereits vor Turnierbeginn als TV-Experte angedeutet hatte.
Schon vor dem ersten Gruppenspiel gegen Curaçao sorgte der frühere Liverpool-Coach mit einer vielsagenden Aussage für Spekulationen. "Julian Nagelsmann stellt auf – noch", meinte Klopp damals und ließ damit erstmals offen erkennen, dass er sich eine Rückkehr auf die Trainerbank durchaus vorstellen kann.
Seit Monaten wird in der Branche darüber gesprochen, dass Klopp seine Rolle als Head of Global Soccer bei Red Bull nicht dauerhaft ausüben möchte. Sein Wunsch sei vielmehr eine Rückkehr an die Seitenlinie gewesen. Als Traumziel galt Real Madrid, doch ein Angebot aus Spanien blieb aus. Stattdessen könnte nun der DFB zuschlagen.
Auch Klopps Berater Marc Kosicke hatte den möglichen Wechsel bereits früh öffentlich thematisert. Mitte Februar erklärte er gegenüber transfermarkt.de: "Jürgen fühlt sich diesem Land sehr verbunden. Er spürt eher die Verpflichtung, dass er zu diesem Job nicht immer Nein sagen könnte."
Dass Klopp Red Bull bei einem passenden Angebot verlassen könnte, galt intern schon seit längerer Zeit als realistisches Szenario. Öffentlich wiesen Red-Bull-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff und Kosicke entsprechende Berichte zwar noch als "völligen Schwachsinn" zurück, hinter den Kulissen liefen die Überlegungen jedoch bereits.
Red Bull soll sich deshalb frühzeitig nach möglichen Nachfolgern umgesehen haben. Einer der Wunschkandidaten war Oliver Glasner. Mintzlaff soll den österreichischen Erfolgstrainer zunächst kontaktiert und Ende April sogar persönlich in London getroffen haben. Glasner machte jedoch deutlich, dass für ihn weiterhin die Arbeit als Trainer oberste Priorität habe. Mittlerweile ist diese Option ohnehin vom Tisch, da der Oberösterreicher künftig Nottingham Forest betreut.