Der Aufenthaltsort von Modschtaba Chamenei (56), Sohn des getöteten iranischen Revolutionsführers Ali Chamenei, sorgt derzeit für Spekulationen. Laut einem Bericht der kuwaitischen Zeitung Al-Jarida soll der schwer verletzte Geistliche zur Behandlung nach Russland gebracht worden sein.
Nach Angaben der Zeitung sei die Evakuierung unter strenger Geheimhaltung erfolgt. Russlands Präsident Wladimir Putin (73) habe der iranischen Führung persönlich medizinische Hilfe angeboten.
Chamenei sei mit einem Militärflugzeug nach Moskau ausgeflogen worden, wo Spezialisten ihn operiert hätten. Derzeit werde er laut Bericht in einem Spezialkrankenhaus behandelt, das sich in einem der Präsidentenpaläste befinden soll.
Gleichzeitig gibt es Zweifel an einer kurzen Ansprache Chameneis, die zuvor in iranischen Medien verbreitet wurde. Quellen aus reformorientierten Kreisen erklärten laut Al-Jarida, diese könnte vom Sekretär des iranischen Sicherheitsrats, Ali Laridschani (67), vorbereitet worden sein. Möglich sei daher, dass Chamenei selbst davon nichts wusste.
Der Zeitung zufolge erlitt der 56-Jährige schwere Verletzungen an seiner linken Körperseite – vom Kopf bis zu den Füßen. Diese entstanden demnach, als bei einem Luftangriff am 28. Februar auf den Komplex mit Wohnhaus und Büro des Obersten Führers in Teheran massive Trümmer in seiner Nähe niedergingen.
Seine Verletzungen erforderten eine Behandlung in einem gut ausgestatteten Krankenhaus sowie intensive medizinische Überwachung. Wegen der Bombardierungen sei das im Iran derzeit kaum möglich. Zudem habe Israel angekündigt, den neuen Obersten Führer ins Visier zu nehmen.
Wie eine Quelle der Zeitung erklärte, befürchteten iranische Sicherheitsdienste außerdem, dass der Aufenthaltsort Chameneis über die behandelnden Ärzte bekannt werden könnte. Deshalb habe man einer Behandlung in Russland zugestimmt – ein Vorschlag, der laut Bericht von Putin selbst gekommen sei.
Israels Premier Benjamin Netanjahu (76) deutete zuletzt an, dass Israel Informationen über den Aufenthaltsort des neuen Ober-Ajatollahs habe. Auf eine Frage zu dessen Zustand sagte er: "Ich werde ihm keine Lebensversicherung geben."