Nach den massiven US-Luftangriffen auf die iranische Insel Kharg hat Präsident Donald Trump die Attacke öffentlich bestätigt. Ziel der Operation seien militärische Einrichtungen auf der strategisch wichtigen Insel im Persischen Golf gewesen.
Die US-Streitkräfte hätten "einen der heftigsten Luftangriffe in der Geschichte des Nahen Ostens ausgeführt", erklärte Trump. Das für die Region zuständige US-Regionalkommando habe dabei "jedes militärische Ziel auf dem Kronjuwel des Iran, der Insel Kharg, vollständig ausradiert".
Kharg gilt als zentraler Umschlagplatz für Irans Ölindustrie. Über das Terminal auf der Insel wird nahezu der gesamte Rohölexport des Landes abgewickelt.
Trotz der Angriffe blieb die Öl-Infrastruktur nach Angaben Trumps zunächst unversehrt. Der US-Präsident betonte, er habe sich "dafür entschieden, die Ölinfrastruktur auf der Insel nicht zu zerstören". Gleichzeitig stellte er klar, dass sich diese Entscheidung rasch ändern könnte: "Sollte jedoch der Iran oder irgendjemand anderes etwas unternehmen, um die freie und sichere Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus zu stören, werde ich dies sofort überdenken."
Aus Teheran folgte kurz darauf eine scharfe Reaktion. Die iranischen Streitkräfte erklärten am Samstag, dass Angriffe auf Irans Öl- und Energieanlagen Konsequenzen haben würden. Demnach würde "jeder Angriff auf die iranische Öl- und Energieinfrastruktur zu Angriffen auf die Energieinfrastruktur von Ölkonzernen führen", die in der Region mit den Vereinigten Staaten zusammenarbeiten. Zu Schäden an der Ölinfrastruktur sei es nicht gekommen.
Die Nachrichtenagentur FARS berichtete unter Berufung auf Informanten auf der Insel, dass insgesamt 15 Explosionen zu hören gewesen seien. Schäden an Ölanlagen habe es demnach jedoch nicht gegeben.