Gegen Karies! Das kommt bei Briten aus dem Wasserhahn

Je nach Wohngebiet ist das Trinkwasser in Großbritannien mehr oder weniger fluoridiert.
Je nach Wohngebiet ist das Trinkwasser in Großbritannien mehr oder weniger fluoridiert.Getty Images/iStockphoto
In Großbritannien soll das Trinkwasser in manchen Gebieten mit Fluorid angereichert werden, um Karies in der Bevölkerung reduzieren.

Kariesist ein bedeutendes Problem der öffentlichen Gesundheit in Großbritannien. Sie betrifft Menschen in allen Lebensphasen und ist die häufigste orale Erkrankung bei Kindern. Kariesist die häufigste Ursache für Krankenhausaufenthalte bei Kindern im Alter von fünf bis neun Jahren. Im Schuljahr 2019 hatten 23,4 Prozent der Fünfjährigen in England und 26,5 Prozent der Vier- bis Fünfjährigen in Schottland Zahnschäden erlitten. Für Kariesgibt es eine Reihe an Ursachen: Zuckerhaltige Ernährung, schlechte Zahnhygiene und in weiten Teilen des Landes ein Mangel an Fluorid.

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Kariesresultiert aus einem Zusammenspiel aus Mikroorganismen und schädlichen Faktoren wie mangelnde Mundhygiene und zuckerreiche Ernährung. Weitere Risikofaktoren sind u.a. ein Mangel an Speichel und ein geschwächtes Immunsystem. Es kommt zu einer zunehmenden Entkalkung der harten Zahnsubstanz (Zahnschmelz und darunter Dentin). Wird die Entkalkung nicht gestoppt, kommt es schließlich zu dem bekannten "Loch im Zahn".

Karies kann die allgemeine Gesundheit und das Wohlbefinden des Einzelnen erheblich beeinträchtigen. Er verursacht Schmerzen, Schwierigkeiten beim Essen, Schlafen und bei der Geselligkeit. Karies ist eine fortschreitende Krankheit, die unbehandelt zu starken Schmerzen, Zahnverlust und in seltenen Fällen zu ernsthaften Problemen wie Sepsis führen kann.

Unterschiede in der Zahngesundheit je nach Wohngebiet

Um dem nun entgegenzuwirken, soll das Trinkwasser in Gebieten des Landes fluoridiert werden, wo es zu wenig davon enthält. Fluorid kommt in geringen Mengen im Wasser vor und ist dafür bekannt, die Zähnezu schützen. So könnten die Unterschiede in der Zahngesundheit zwischen mehr und weniger benachteiligten Bevölkerungsgruppen verringert werden, da Menschen, die in fluoridierten Gebieten leben, weniger Karies erleiden als Menschen in nicht-fluoridierten Gebieten. In England trinken nur 5,8 Millionen Menschen Wasser mit Fluorid.

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Statement der Regierung

In einem veröffentlichten Statementkamen die Amtsärzte zu dem Schluss: "Wie bei allen Dingen in der Medizin und im öffentlichen Gesundheitswesen gibt es ein ausgewogenes Verhältnis von Risiko und Nutzen. Zweifellos gibt es im Vereinigten Königreich ein Problem mit Karies und eine tief verwurzelte Ungleichheit, die angegangen werden muss. Die Fluoridierung von Wasser kann dieses häufige Problem reduzieren."

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Chris Whitty, der Chief Medical Officer für England, und seine Amtskollegen in Wales, Schottland und Nordirland zitierten Schätzungen von Public Health England, wonach die Zugabe von mehr Fluorid in die Wasserversorgung den Karies bei  reichen Kindern um 17 Prozent und bei armen um 28 Prozent reduzieren würde.

Fluorid-Forderung seit 2014

Allerdings müsse der Fluoridgehalt im Trinkwasser genau überwacht werden, da zu viel Fluorid schädlich wäre, heißt es in dem Statement. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt eine Höchstmenge von 1,5 Milligramm Fluorid pro Liter Wasser. 

Die lokalen Behörden sind nun dafür verantwortlich, zu entscheiden, ob der lokalen Wasserversorgung Fluorid zugesetzt wird. Der Streit darüber, ob das Mineral der Wasserversorgung zugesetzt werden sollte, ist seit langem im Gange. Im Jahr 2014 forderte Public Health England die Räte in England auf, Fluorid hinzuzufügen, um die Zahngesundheit zu verbessern.

"Umfangreicher Karies" auch in Australien

In Australien berichteten Zahnärzte und Ärzte in Queensland 2019 von "umfangreichem Karies" in Teilen des Landes, das sich weigert, Fluorid in die Wasserversorgung zu geben. Indigene Kinder, von denen viele in Gemeinden ohne Fluorid leben, hatten eine Kariesrate von 70 Prozent. Bei allen Kindern in Queensland im Alter zwischen fünf und 15 Jahren lag die Quote bei 55 Prozent.

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