Kurioser Fall

Brot halbiert – jetzt muss Bäcker 15.000 Euro bezahlen

Ein Bäcker verkaufte einem Kunden ein halbes Brot. Dieser durchaus nicht unübliche Vorgang hatte nun ein teures Nachspiel für den Verkäufer.
Newsdesk Heute
30.08.2026, 12:11
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Ein halbes Brot, zehn Gramm Unterschied und am Ende Kosten von 15.000 Euro. Für Bäckermeister Matthias Breitner (65) aus Pfaffenhofen an der Ilm in Bayern wurde eine jahrzehntelange Verkaufspraxis plötzlich zum teuren Problem.

Seit 66 Jahren läuft es in der Bäckerei nach demselben Prinzip. Will ein Kunde nur ein halbes Brot, wird ein ganzer Laib in der Mitte durchgeschnitten. Bezahlt wird die Hälfte des Preises. Bei einem Mischbrot sind das statt 4,80 Euro eben 2,40 Euro.

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Nun berichtet die "Bild" von einem kuriosen Fall mit kostspieligen Folgen für den Bäcker: Denn ein Kunde wollte es genau wissen. Er wog seine Brothälfte daheim nach und stellte laut Breitner fest, dass rund zehn Gramm fehlten. Daraufhin beschwerte er sich anonym per E-Mail beim Bäcker.

"Manchmal gewinnt man, manchmal verliert man"

Breitner nahm die Sache zunächst gelassen. "Manchmal gewinnt man, manchmal verliert man. Beim nächsten Mal sind es bestimmt zehn Gramm mehr", habe er dem Kunden geantwortet. Im Nachhinein glaubt der Bäcker, dass genau diese Reaktion ein Fehler gewesen sein könnte.

Denn der Kunde ließ nicht locker und wandte sich an die Behörden. Kurz darauf stand das Eichamt in der Bäckerei. Breitner durfte halbe Brote nicht mehr wie bisher verkaufen.

Der Grund liegt in den Vorschriften: Wird ein ganzes Brot erst auf Wunsch eines Kunden geteilt, muss die verkaufte Hälfte gewogen und der Preis entsprechend berechnet werden. Anders wäre es, wenn der Bäcker die Laibe bereits vorher halbiert, entsprechend auspreist und ins Regal legt.

Neue Waagen kosten Bäcker 15.000 Euro

Für Breitner kam diese Variante nicht infrage. Bereits aufgeschnittene Brote würden im Laufe des Tages antrocknen. Also musste er seine Filialen mit geeigneten Waagen ausstatten und auch die Software anpassen.

Mit Arbeitszeit und Technik seien dadurch Kosten von insgesamt rund 15.000 Euro entstanden. "Das Geld hole ich mit dem halben Brot nie wieder rein", sagt Breitner.

Für seine Kunden ändert sich beim Preis trotzdem kaum etwas. Je nach Gewicht gehe es lediglich um Unterschiede von wenigen Cent.

Inzwischen sorgt der Fall sogar für kuriose Fragen. Manche Kunden wollen laut Breitner wissen, ob sie schriftlich darauf verzichten könnten, dass ihre Brothälfte gewogen wird. Andere Bäcker in Pfaffenhofen sollen mittlerweile überhaupt keine halben Brote mehr verkaufen – aus Sorge vor Ärger mit dem Eichamt.

{title && {title} } red, {title && {title} } 30.08.2026, 12:11