Seit 66 Jahren verkauft die Bäckerei Breitner in Pfaffenhofen (Bayern) Brot. Und seit 66 Jahren bekommen Kunden, die keinen ganzen Kilo-Laib auf einmal wollen, diesen auch als Hälfte und den halben Preis berechnet. 2,40 Euro kostet der halbe Laib, der mit einer Maschine genau geteilt wird.
Manchen ist das aber nicht genau genug. 66 Jahre hat es gedauert, bis ein Kunde zu Hause seinen halben Laib nachgewogen und entsetzt festgestellt hat: Er bekam zehn Gramm weniger als die Hälfte, also nur 490 Gramm. Entrüstet schrieb er eine anonyme Mail an den Inhaber, berichtet die "Bild". Dessen Antwort: Manchmal verliert, manchmal gewinnt man, beim nächsten Mal sei es bestimmt mehr.
Eine Antwort, mit der sich der Kunde nicht zufriedengab. Er schaltete kurzerhand das Eichamt ein. Und das wies auf die 2020 geltende Fertigpackungsverordnung hin. Halbe Brote müssen nach der Halbierung auf einer amtlich geeichten Präzisionswaage landen und im Anschluss der exakte Gramm-Preis verrechnet werden.
Die Brote gleich als halbe Brote verpacken und aus dem Regal zu verkaufen kommt für den Bäcker aber nicht in Frage, dort würden sie schneller vertrocknen. "Deshalb musste ich neue Waagen für meine Filialen anschaffen", sagt er zur "Bild"-Zeitung. "Mit der Arbeitszeit und der neuen Software hat mich das 15.000 Euro gekostet. Das Geld hole ich mit dem halben Brot nie wieder rein."