Er nannte Benko "Ganoven"

Einer der reichsten Deutschen: Klaus-Michael Kühne tot

Der deutsche Unternehmer und Großinvestor Klaus-Michael Kühne ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Er zählte zu den reichsten Deutschen.
Newsdesk Heute
24.08.2026, 10:41
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Die deutsche Wirtschaft verliert einen ihrer mächtigsten Unternehmer: Klaus-Michael Kühne ist tot. Der Logistik-Milliardär wurde 89 Jahre alt. Kühne hatte über Jahrzehnte ein gewaltiges Firmen- und Beteiligungsimperium aufgebaut und gehörte zu den reichsten Menschen Deutschlands.

Sein Name ist vor allem mit dem Logistikkonzern Kühne + Nagel verbunden. Das Unternehmen war 1890 von seinem Großvater August Kühne und Friedrich Nagel gegründet worden. Klaus-Michael Kühne stieg 1958 in den Familienbetrieb ein, 1966 übernahm er die Führung.

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Unter seiner Leitung entwickelte sich Kühne + Nagel zu einem der größten Logistikkonzerne der Welt. Später zog sich Kühne aus dem operativen Geschäft zurück, blieb dem Unternehmen aber als Ehrenvorsitzender und Großaktionär eng verbunden. Kühne verlor rund 500 Millionen Euro mit der Signa-Pleite - er nannten René Benko einen "Ganoven" - mehr dazu hier.

Milliarden bei Lufthansa und Hapag-Lloyd

Doch Kühnes Einfluss reichte längst weit über das Familienunternehmen hinaus. Über seine Kühne Holding hielt er große Beteiligungen an bekannten Konzernen. Dazu zählten die Reederei Hapag-Lloyd und die Lufthansa. Auch bei Flix und dem Chemikalienhändler Brenntag mischte der Milliardär mit.

Sein Vermögen wurde zuletzt auf mehrere Dutzend Milliarden Dollar geschätzt. Damit spielte Kühne in der obersten Liga der europäischen Superreichen.

Besonders eng blieb der gebürtige Hamburger seiner Heimatstadt verbunden. Er investierte unter anderem in Immobilien, Kulturprojekte und den Hamburger SV. Beim Fußballklub trat Kühne über Jahre als wichtiger Geldgeber auf und sorgte mit seinen öffentlichen Aussagen über Spieler, Trainer und Funktionäre immer wieder für Schlagzeilen.

Keine Kinder – Stiftung spielt zentrale Rolle

Kühne lebte seit Jahrzehnten in der Schweiz und war seit 1989 mit seiner Frau Christine verheiratet. Das Paar hat keine Kinder. Bereits 1976 gründete Kühne gemeinsam mit seinen Eltern die Kühne-Stiftung. Sie fördert unter anderem Projekte in den Bereichen Logistik, Medizin, Klima und Kultur.

Auch die Geschichte des Familienunternehmens sorgte für Kritik. Kühne + Nagel profitierte während der NS-Zeit vom Transport geraubten Eigentums verfolgter und ermordeter Juden. Kühnes Umgang mit der historischen Aufarbeitung wurde wiederholt kritisiert.

Noch in hohem Alter beschäftigte sich der Unternehmer mit milliardenschweren Beteiligungen und Großprojekten. In Hamburg unterstützte er etwa die Pläne für ein neues Opernhaus.

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