Fleisch und Eier unleistbar

Iran: "Die Regierung hat uns zu Vegetariern gemacht"

Trump ruft den "wirtschaftlichen D-Day" gegen den Iran aus. Schon jetzt explodieren die Preise - und im Regime wächst die Angst vor Protesten.
Nick Wolfinger
24.08.2026, 07:54
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US-Präsident Donald Trump will den wirtschaftlichen Druck auf den Iran massiv erhöhen. Er kündigte diese Woche den "wirtschaftlichen D-Day" gegen Teheran und eine beispiellose wirtschaftliche Isolation des Landes an. Auch Staaten und Unternehmen, die dem Iran weiterhin eine wirtschaftliche "Lebensader" bieten, drohte Trump mit schweren Konsequenzen.

Treffen soll die neue Offensive unter anderem Ölgeschäfte, Geldtransfers und andere Wege, über die Teheran trotz bestehender Sanktionen noch an Einnahmen kommt. Für die iranische Bevölkerung kommt Trumps neuer Wirtschaftskrieg zu einem Zeitpunkt, an dem die Lage ohnehin dramatisch ist.

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"Können uns Fleisch nicht leisten"

In sozialen Medien machen Iraner ihrem Ärger mit Galgenhumor Luft. Sie zeigen leere Kühlschränke, kleine Einkäufe und Rechnungen mit immer höheren Preisen.

Wie ernst die Lage ist, zeigen auch Gespräche der "Neuen Zürcher Zeitung" (NZZ) auf einem Markt in Teheran. "Die Regierung hat die meisten Iraner zu Vegetariern gemacht, weil wir uns Fleisch und Hähnchen nicht mehr leisten können", sagt dort ein Maschinenbauingenieur.

Laut den von der NZZ zitierten offiziellen Zahlen liegt die Lebensmittelinflation mittlerweile in allen Provinzen bei mehr als 100 Prozent.

Auch Benzin wird knapp

Doch nicht nur Lebensmittel werden zum Problem. Ausgerechnet im ölreichen Iran wird auch Benzin knapp. Die US-Seeblockade lässt Einnahmen aus dem Ölgeschäft wegbrechen und erschwert gleichzeitig Importe.

Vizepräsident Saghafi Esfahani spricht von einem täglichen Benzinmangel von 20 Millionen Litern. In mehreren Städten mussten Autofahrer bereits Schlange stehen, teilweise wurde die Abgabe auf 20 Liter begrenzt. Auch in Teheran ging mehreren Tankstellen der Sprit aus.

Angst vor neuen Protesten

Für das Regime ist die Entwicklung brandgefährlich. Schon 2019 löste eine Erhöhung der Benzinpreise landesweite Proteste aus. Nun drohen erneut höhere Preise und Kürzungen bei den staatlichen Subventionen.

Ein früherer iranischer Funktionär, der von der NZZ unter dem Namen "Issa" zitiert wird, sieht hinter der Eskalation auch die Angst vor einem Aufstand im eigenen Land. Die Führung könnte demnach bereit sein, militärisch "alles auf eine Karte zu setzen", um die Seeblockade zu durchbrechen und neue Proteste zu verhindern.

Angriffe auf Europa zur Ablenkung

Gleichzeitig setzt Teheran weiter auf militärische Eskalation. Wie ernst die Drohungen zu nehmen sind, zeigte sich bereits im März: Iranische Angriffe erreichten damals auch NATO-Staaten und britische Militäranlagen. Eine Drohne traf den britischen Luftwaffenstützpunkt Akrotiri auf Zypern, weitere Flugkörper wurden abgefangen. Auch in Richtung Türkei wurden iranische Raketen abgefeuert und von der NATO-Luftabwehr abgeschossen.

Nun könnte Teheran noch einen Schritt weitergehen. Laut einem aktuellen Bericht der "Financial Times" erwägen iranische Regierungsvertreter Angriffe auf amerikanische Ziele und Militärstützpunkte in Europa, sollte der Druck der USA weiter steigen.

{title && {title} } NW, {title && {title} } 24.08.2026, 07:54