PS-Monster statt Lkw

Brutal gegen Polizei – Neue Tricks der Schlepper-Mafia

Ein syrischer Schlepperclan schleuste mehr als 100000 Menschen nach Europa. Ermittler zeigen jetzt: Die Methoden der Täter haben sich stark verändert.
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12.03.2026, 23:02
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Mehr als 100.000 geschleppte Personen, rund eine Milliarde Euro Gewinn und etwa 800 beteiligte Personen – diese Zahlen schockierten am Dienstag. Ermittler forschten einen international tätigen syrischen Schlepper-Clan aus – er wurde zerschlagen.

Die Schlepper gehen skrupellos vor, sind mafiös organisiert. Umfangreiche Ermittlungen der Polizei, die von der Südsteiermark ausgegangen sind, zeigen jetzt, wie professionell diese Netzwerke arbeiten.

Dabei hat sich die Vorgehensweise der Täter in den vergangenen Jahren stark verändert. "Es war eher üblich, dass Schleppungen in Lkw oder Kastenwägen stattfinden. Darauf waren wir natürlich auch fokussiert. Wir erkannten dann aber, dass die Schlepper plötzlich Personenkraftwägen benutzten – sehr PS-starke", erklärt Ursula Auer, Leiterin der Fremdenpolizei im ORF.

In solchen Autos sitzen im Durchschnitt sieben bis neun Personen. Laut Auer kam es vereinzelt aber auch schon vor, dass sich bis zu 16 Personen in einem Fahrzeug befanden. Außerdem nutzen Schlepper inzwischen häufig kleinere Grenzübergänge.

Für Polizisten bedeutet das bei Kontrollen ein hohes Risiko. Laut Ermittlern reagieren Schlepper bei einem Zusammentreffen mit der Polizei oft aggressiv und fahren teils sogar mit dem Auto auf Beamte zu. Mehrmals konnten sich Polizisten nur mit einem Sprung zur Seite vor entgegenkommenden Fahrzeugen retten.

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Auch die Routen der Schlepper haben sich verändert. Ziel der Transporte sind meist Frankreich, Deutschland oder Skandinavien. Österreich spielt dabei eine besondere Rolle. "Wir sehen das in der Zusammenarbeit mit unseren Nachbarstaaten, insbesondere Slowenien: Österreich ist Transitland, wird aber sehr stark gemieden", erklärt Gerald Tatzgern vom Bundeskriminalamt.

Die Ermittler konnten insgesamt 16 Teamleader des syrischen Clans ausforschen. Jeder von ihnen soll bis zu 80 Fahrer angeworben haben. Die Rekrutierung lief meist über Soziale Medien. Bei den Fahrern handelt es sich laut Polizei häufig um junge Männer aus ärmlichen Verhältnissen in der Ukraine, Rumänien, Georgien oder der Republik Moldau.

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