USA unter Schock

Brutale Tötung von schwarzem Soldaten durch Polizei

Der 23-jährige Roger Fortson starb vergangene Woche bei einem Polizeieinsatz, bei dem es um Ruhestörung ging.

20 Minuten
Brutale Tötung von schwarzem Soldaten durch Polizei
Auf Aufnahmen der Bodycam des Polizisten ist zu sehen, wie Fortson die Tür mit einer Waffe in der Handy öffnet.
Screenshot: X

Roger Fortson (23) starb einen sinnlosen Tod: Der 23-jährige US-Luftwaffensoldat war am 3. Mai in seiner Wohnung von einem Polizisten erschossen worden – der eigentliche Grund für den Polizeieinsatz war eine Ruhestörung. Nun gab der Bürgerrechtsanwalt Ben Crump mehr Details zu dem Fall bekannt: Er sagt, Fortson sei das Opfer einer Verwechslung der Wohnungen geworden. Die Polizei widerspricht.

Das ist passiert

Nach Angaben des Polizeichefs Eric Aden habe man sich am 3. Mai nach einem Anruf wegen Ruhestörung zu der Wohnung begeben. Fortson sei dem Polizisten mit einer Schusswaffe entgegengetreten, und der Polizist habe auf den Mann geschossen. Der 23-Jährige sei dann später an seinen Verletzungen gestorben. Bilder der Bodycam des Polizisten zeigen tatsächlich, wie Fortson mit einer Waffe in der Hand an der Tür steht. Diese war allerdings nach unten gerichtet.

Laut Aussage seiner Freundin, die den Vorfall live über Facetime miterleben musste, habe Fortson zuvor ein aggressives Klopfen an der Tür gehört, durch den Türspion geblickt, aber niemanden erkennen können. Deswegen habe er mit der Waffe in der Hand die Tür geöffnet. Danach habe die Freundin mehrere Schüsse gehört. Laut Anwalt Crump wurde der Soldat von sechs Kugeln getroffen. Er ging sofort zu Boden und soll noch zum Polizisten über den Verbleib seiner Waffe gesagt haben: "Sie ist da drüben. Ich habe sie nicht." Im Spital erlag er seinen Verletzungen.

Das sagen Anwalt und Polizei

Anwalt Crump, der die Hinterbliebenen des Soldaten vertritt, sagte auf einer Pressekonferenz, es sei nicht Fortsons Wohnung gewesen, von der die Ruhestörung ausgegangen sei. Der Anwalt warf dem Polizisten vor, "exzessive" Gewalt angewendet und gewaltsam in die Wohnung eingedrungen zu sein.

Polizeichef Aden betonte hingegen auf einer Pressekonferenz, der Polizist habe "an die korrekte Tür geklopft". Auch habe sich der Beamte vorgestellt, und er habe die Wohnungstür auch nicht gewaltsam geöffnet. Aden veröffentlichte ein Video von der Bodycam des Polizisten, um dies zu untermauern.

Der Polizeichef sagte jedoch auch, dem Ergebnis der Untersuchungen solle nicht vorgegriffen werden. Die Behörden wollten "nichts verstecken oder vertuschen", versicherte er. Fortsons Hinterbliebenen habe er bei einem persönlichen Treffen zugesichert, dass "der Name ihres Sohns voll rehabilitiert und der Gerechtigkeit Genüge getan" werden solle, sollte sich das Vorgehen des Polizisten als ungerechtfertigt herausstellen.

Fall erinnert an George Floyd

Die Familie von Roger Fortson ist nach seinem Tod schwer getroffen. Auf einer Pressekonferenz brach die Mutter in Tränen aus und sagte, dass ihr Sohn ihr "Ein und Alles" gewesen sei. Anwalt Crump sagte über Fortson: "Er war ein Patriot. Er war ein US-Luftwaffensoldat, Spezialeinheit. Er kämpfte für unsere Art zu leben. Er hat für alle gekämpft."

In den USA lösen immer wieder tödliche Polizeieinsätze gegen Afroamerikaner Wut und Empörung aus. Für einen besonders großen Proteststurm hatte der Fall des unbewaffneten Schwarzen George Floyd gesorgt. Floyd hatte im Mai 2020 in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota von einem weißen Polizisten minutenlang das Knie in den Nacken gedrückt bekommen und war an den Folgen gestorben.

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    Weingartner-Foto / picturedesk.com

    Auf den Punkt gebracht

    • Ein 23-jähriger schwarzer Soldat, Roger Fortson, wurde bei einem Polizeieinsatz getötet, der aufgrund einer Ruhestörung in seiner Wohnung stattfand
    • Es wird behauptet, dass es zu einer Verwechslung der Wohnungen kam, was zu dem tragischen Vorfall führte
    • Die Familie und Anwalt des Opfers bestreiten die Darstellung der Polizei und betonen die Parallelen zu anderen umstrittenen Fällen von Polizeigewalt gegen Afroamerikaner, wie etwa der Fall George Floyd
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