"Bundesregierung ist Corona-Situation entglitten"

SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner kritisiert die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung als "zahnlos"
SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner kritisiert die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung als "zahnlos"HERBERT NEUBAUER / APA / picturedesk.com
SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner teilt heftig gegen Türkis-Grüne aus. Der Bunderegierung sei die Corona-Situation entglitten.

Die SPÖ-Chefin lässt kein gutes Haar an der Entscheidung der Bundesregierung, Schulen, Handel und körpernahe Dienstleistungen wieder breiter zu öffnen. Auch kritisiert Pamela Rendi-Wagner das viel zu zögerliche Vorgehen von Türkis-Grün in Tirol. "Der Bundesregierung ist die Corona-Situation entglitten. Bitte lassen sie Experten ran!"

"Regierung öffnet Virus Tür und Tor"

Bereits seit Wochen warnen Experten vor der Ausbreitung gefährlicher Corona-Mutationen in Österreich. "Doch was ist passiert? Nicht viel! Die Bundesregierung hat abgewartet, hat über Zahlen gestritten, wie viele Mutationsfälle es tatsächlich gibt. Dann wurden Maßnahmen angekündigt, dann vertagt, dann neuerlich vertagt und letztlich Dienstag Nachmittag verkündet. Und auch hier mit einem Hinweis, dass die Maßnahmen erst Ende dieser Woche umgesetzt werden."

"Es ist ein Spiel mit dem Feuer, das die Regierung mit den Öffnungen begeht" - Rendi-Wagner

Die SPÖ-Chefin wirft der Bundesregierung vor, mit ihrem zögerlichen Verhalten und durch die Öffnung des Lockdowns, der südafrikanischen Variante des Coronavirus "Tür und Tor" zu öffnen. "Die angekündigten Maßnahmen - das Raustesten aus dem Bundesland, die Reise-Testpflicht- kommen viel zu spät und sind aus epidemiologischer Sicht zahnlos. Sie werden nicht verhindern, was schon längst verhindert hätte werden müssen", mahnt Rendi Wagner.

Schwaz unter Quarantäne stellen

Man hätte rasch regionale Schritte setzen müssen, zum Beispiel "die Region Schwaz für zwei Wochen unter Quarantäne zu stellen, das ist zielgerichtet und wirksam. Das wäre der Weg der Sicherheit Tirols und Österreichs gewesen, doch dieser Weg ist nicht gegangen worden".

"Es wird nicht die letzte Mutation gewesen sein" - Rendi-Wagner

Es sei kurzsichtig zu glauben, dass die Corona-Situation, die sich gerade in Tirol abspielt, nur ein Bundesland betreffe: "Wir alle sind Tirol, wir alle sind Österreich!", stellt die SPÖ-Chefin, selbst Virologin, klar. Daher sei es notwendig, jetzt die Notbremse zu ziehen, anderenfalls würden die Zahlen in den nächsten zwei bis drei Wochen erst recht wieder ansteigen. "Bitte lassen Sie die Experten ran. Nur so wird es gelingen, das Virus nachhaltig unter Kontrolle zu bringen", lautet Rendi-Wagners Appell an Türkis-Grün.

Corona-Müdigkeit ist regierungsgemacht

Die SPÖ-Chefin verstehe natürlich die Pandemie-Müdigkeit der Österreicher - "nach elf Monaten haben wir es alle satt" doch der Grund dafür liege vielmehr im Zick-Zack-Corona-Kurs der Regierung. "Hoffnungen werden seit Monaten geschürt und enttäuscht, das führt natürlich zur Demotivation. Die Österreicher kennen sich nicht mehr aus, weil es keine klare Linie gibt. Eine Öffnungsperspektive kann sich nie an einem Datum orientieren, sondern nur an den Zahlen."  

"Das Virus kennt keine Feiertage. Es verhandelt nicht - es handelt tagtäglich" - Rendi-Wagner

Angesichts 9.000 Neuinfektionen und 300 Corona-Toter binnen einer Woche müsse die Regierung endlich in den Modus des Handelns kommen. Es brauche eine systematische Mutation-Überwachung, umfangreiche Testmöglichkeiten und Kontrollen, sowie hohe Durchimpfungsraten, "sonst wird uns das Virus immer einen Schritt voraus sein", so die SPÖ-Chefin.

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