Bei der Bürgermeisterwahl in der oberbayerischen Gemeinde Grünwald bei München hat Rapper Bushido (47) drei Stimmen erhalten - und das, obwohl er gar nicht zur Wahl stand. Einige Wähler trugen seinen bürgerlichen Namen Anis Ferchichi auf den Stimmzettel. Damit kam er auf rund 0,1 Prozent der Stimmen. Knappe Geschichte also.
Amtsinhaber Jan Neusiedl von der CSU wurde mit rund 84 Prozent der Stimmen klar im Amt bestätigt und tritt eine weitere Amtszeit von sechs Jahren an. Da neben ihm keine offiziellen Gegenkandidaten antraten, konnten Wähler auch andere Namen auf den Stimmzettel schreiben.
Konkret entfielen 5.287 der gültigen Stimmen, insgesamt 846 auf sogenannte wählerbenannte Kandidaturen - und drei davon kassierte eben der Rapper. Insgesamt wurden 142 solcher Kandidaten gezählt.
Bushido war dabei nicht der einzige prominente Name auf den Wahlzetteln. AfD-Chefin Alice Weidel erhielt zwei Stimmen, Bayern-Ikone Karl-Heinz Rummenigge (70) kam auf eine Stimme. Die meisten Stimmen in dieser Kategorie sammelte allerdings ein eher unbekannter Bürger mit 124 Stimmen.
Dass Bushido überhaupt Stimmen in Grünwald bekam, dürfte mit seinem neuen Wohnsitz zusammenhängen. Der Rapper war erst Anfang des Jahres mit seiner Familie von Dubai in die wohlhabende Münchner Vorortgemeinde gezogen. Die Luxusgemeinde lockt mit niedrigen Gewerbesteuerhebesätzen Unternehmen und vermögende Privatpersonen an.
Vielleicht klappt es ja bei der nächsten Wahl dann mit dem Bürgermeister. Oder immerhin mit vier Stimmen.