Energie der Zukunft

Kernfusion in Bayern: Start-up plant Kraftwerk

Das Start-up Proxima Fusion will am Standort des AKW Gundremmingen ein Fusionskraftwerk errichten. Bayern steuert 400 Millionen Euro bei.
Technik Heute
03.03.2026, 20:08
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Nahe der österreichischen Grenze soll in den kommenden Jahrzehnten etwas entstehen, das die Energieversorgung grundlegend verändern könnte: ein kommerzielles Kernfusionskraftwerk. Hinter dem ambitionierten Vorhaben steckt das Münchner Start-up Proxima Fusion.

Das Unternehmen wurde 2023 von Wissenschaftlern und Ingenieuren des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik, des MIT und von Google-X gegründet. Bereits im Februar 2025 präsentierte Proxima Fusion ein praxistaugliches Konzept für einen sogenannten Stellarator-Reaktor, der in den 2030er-Jahren Strom aus Kernfusion liefern sollte.

Wie forschung-und-wissen.de berichtet, hat das Start-up nun eine Absichtserklärung mit dem Max-Planck-Institut, dem Freistaat Bayern und dem Energiekonzern RWE unterzeichnet. Der Plan: Zunächst soll in Garching bei München ein Demonstrationsreaktor namens Alpha gebaut werden.

AKW Gundremmingen als Standort

Danach soll auf dem Gelände des ehemaligen Atomkraftwerks Gundremmingen das eigentliche Fusionskraftwerk für den kommerziellen Betrieb entstehen. Das AKW wurde bereits 2017 abgeschaltet, die Kühltürme sind gesprengt. Der vollständige Rückbau wird aber frühestens Ende 2040 abgeschlossen sein - erst dann kann der Neubau beginnen.

Die Kosten sind gewaltig: Allein der Forschungsreaktor schlägt mit rund zwei Milliarden Euro zu Buche. Bayern will 400 Millionen Euro beisteuern, Investoren sollen ein Fünftel der erwarteten Gesamtkosten tragen. Wie hoch die Endrechnung für das gesamte Projekt ausfällt, ist noch unklar.

Viele Fragen noch offen

Ob das Konzept von Proxima Fusion tatsächlich zu einem funktionierenden Kraftwerk führt, ist derzeit noch nicht absehbar. Viele Experten halten einen breiten Einsatz von Fusionskraftwerken erst in den 2040er-Jahren oder noch später für realistisch. Auch die deutsche Bundesregierung setzt mit einem milliardenschweren Aktionsplan auf die Technologie.

Fusionsenergie gilt als eine Art heiliger Gral der Stromerzeugung: Sie verspricht nahezu unerschöpfliche, saubere Energie ohne langlebigen Atommüll. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg - auch für Proxima Fusion.

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