Grassers Erzfeind hat nur noch "Mitleid" mit ihm

Voriges Mal war es turbulent, als Michael Ramprecht aussagte. Auch am Donnerstag ging es nicht gemütlich zu.
Wenn der Name Michael Ramprecht auf der Zeugenliste steht, dann wird das sicher kein langweiliger Tag im Buwog-Prozess. Seine letzte Befragung musste sogar abgebrochen werden.

Am Donnerstag war Ramprecht zurück, um von Grassers (und den übrigen) Verteidigern befragt zu werden. Doch zuvor machten diese noch den Vortag zum Thema.

Wirbel um Kaffeehaus-Termin

Dass der gestrige Zeuge Willi Berner sich noch vor seiner ersten Aussage mit dem damaligen Staatsanwalt und dem Gutachter im Kaffeehaus traf - und vor allem, dass dies nirgends dokumentiert ist - ist für die Verteidiger Grassers nicht akzeptabel.

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Sie sahen eine Verfehlung seitens der Staatsanwaltschaft, was die Arbeit der Verteidigung behindern und damit das Fragerecht "faktisch einschränken" würde. Sogar Amtsmissbrauch wurde da in den Raum gestellt.

CommentCreated with Sketch.1 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Die derzeitigen Staatsanwälte (beim Kaffeehaus-Gespräch war noch wer anders mit dem Fall betraut) wiesen die Vorwürfe zurück, alles sei rechtmäßig gewesen.

Ramprecht hat Mitleid

Danach konnte die Befragung von Michael Ramprecht durch die Verteidiger weitergehen. Grasser-Anwalt Norbert Wess wollte, dass von Ramprecht erwähnte Tonbandaufnahmen vorgespielt werden. Dies wurde allerdings - mangels Relevanz für das Verfahren - abgelehnt.

An die Zeit, in der der gestrige Zeuge Willi Berner ihm von der Skizze erzählt haben soll, erinnerte sich Ramprecht nicht so gut wie Berner. Der habe ihm aber auf jeden Fall gesagt, dass hinter der Sache ein "System" stünde.

Ramprecht skizzierte schließlich auch nochmal seine Gefühle zum Hauptangeklagten Grasser und deren Wandel. Zunächst habe er ihn bewundert, dann sei er enttäuscht gewesen. Mittlerweile empfinde er nur noch "Mitleid" für ihn.

Schaltung nach London

Die Befragung von Ramprecht konnte am Donnerstag abgeschlossen werden. Um 14 Uhr gab es dann noch eine Live-Schaltung nach London, wo einer der involvierten Lehman-Banker erneut befragt wurde.

Dieser hatte allerdings wenig Erinnerung an die Details. Eine Beeinflussung der Privatisierung durch Grasser habe er nicht wahrgenommen, auch von Haider habe er keine Interventionen bemerkt.

Jetzt gibt es eine Sommerpause, der nächste Prozesstermin ist für den Herbst angesetzt. (csc)

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