Politik

Buwog 124: Freunde, Feinde, Falschaussagen

Ein Zeitfenster im Buwog-Prozess nutzte der Zweitangeklagte Walter Meischberger für sich. Er erklärte der Richterin nochmals seine Sicht der Dinge.

Heute Redaktion
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Der 124. Buwog-Prozesstag wäre eigentlich noch für den liechtensteinischen Banker L. reserviert gewesen. Doch dieser wurde schon am Dienstag mit seiner Aussage fertig. Deshalb war am Mittwoch wieder Walter Meischberger am Wort. Er kommentierte die bisherigen Zeugenaussagen.

Attacke auf Staatsanwälte

Was dabei niemals fehlen darf: Attacken auf die Staatsanwälte und auch die Medien. Allen Zeugen, die ihn oder Grasser belastet hätten, unterstellte Meischberger zudem persönliche Motive für ihre Aussage.

Sonnensystem Grasser

Einer dieser Belastungszeugen, Michael Ramprecht, habe eine "wirre Aussage" abgeliefert, fand er, aus der "geradezu biblischer Hass" sprach. Zur Erinnerung: Ramprecht will bei einem Tennisspiel mit Ernst Plech erfahren haben, dass die ganze Buwog-Privatisierung ein "abgekartetes Spiel" gewesen sei.

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Das ist laut Meischberger nicht korrekt, Ramprecht könne sich schließlich nicht genau erinnern, wer was wann und wo gesagt habe. Seine Aussagen gingen auf "Rachegelüste" zurück, die Ramprecht gegen Grasser habe.

Denn dieser sei zunächst Ramprechts "Sonne" gewesen, und er, Meischberger, ein "störender Trabant" dazwischen. Nachdem Grasser Ramprechts Vertrag nicht verlängert hatte, schlugen dessen Gefühle ins Gegenteil um.

Feind und Freund

Ramprechts Aussage ist für Meischberger also deshalb unglaubwürdig, weil dieser aus Feindschaft zu Grasser handle. Bei einem anderen Belastungszeugen wiederum ist es eine Freundschaft, die ihn unglaubwürdig macht. Willi Berner (der mit dem Tatplan) sei ein Freund von Ramprecht und würde ihm deshalb zur Seite stehen.