"Den Hochegger hab ich am Gesicht erkannt"

Karlheinz S. war der letzte Angeklagter in Sachen Terminal Tower. Ab jetzt soll es wieder spannend werden. Meischberger steht in den Startlöchern.
Am 28. Verhandlungstag kam Bewegung in die Causa Terminal Tower. Zumindest, was die Geschwindigkeit der Befragung betraf. Die Befragung des damaligen Raiffeisen Leasing-Geschäftsführer S. konnte abgeschlossen werden. Wie es weitergeht, ließ die Richterin offen.

Morgen Meischberger

Die Gerüchteküche brodelte aber ordentlich, abseits des offiziellen Gerichtsgeschehens. Fast alle Prozessbeobachter und Anwälte sind sich sicher: Am Donnerstag ist der Meischberger dran. Der ist schon bestens vorbereitet.

Dschungelfieber

Anwalt Michael Dohr kam im Sakko von Enrico Covari, das seinen Angaben nach den Namen "Rumble in the Jungle" trägt.

Herr S. unterdessen, wurde wieder nach der geheimnisvollen 200.000 Euro-Rechnung der Porr an die Terminal Tower-Projektgesellschaft gefragt. Die Anklage behauptet, dass sich die Porr so das Geld für eine Meischberger-Provision zurückgeholt hat. Davon weiß S. aber nichts.

Was bisher im Buwog-Prozess geschah
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Anonyme Anzeige ärgert ihn

Er regte sich vielmehr über eine anonyme Anzeige auf, die ihm genau das unterstellte. S. behauptete auch ganz genau zu wissen, wer diese an die Staatsanwaltschaft geschickt hat. Es sei sein Ex-Mitarbeiter V. gewesen, der aus "Neid und Missgunst" diesen "feigen Akt" gesetzt habe. S. zeigte sich "schockiert". V. beschuldigte er auch, die viel umfragte Rechnung an die Medien - eine befreundete Journalistin - gespielt zu haben. Der Ex-Mitarbeiter V. wird noch als Zeuge aussagen.

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Zu Grasser, Plech, Meischberger und Hochegger hatte S. wenig zu sagen. Den Hochegger habe er aber im Gerichtssaal "am Gesicht erkannt", denn er habe mit ihm vor 50 Jahren - in der Schulzeit - gemeinsam im Kolpinghaus in Waidhofen an der Ybbs gewohnt. In ihrem erwachsenen Leben habe es aber keinerlei Kontakt gegeben, bis jetzt bei der Verhandlung.

"Profil les' ich nur beim Friseur"

Die Staatsanwälte konnten in ihrer Befragung nicht ganz glauben, dass der Angeklagte nicht über die zahlreichen Verbindungen zwischen Meischberger, Grasser und Plech Bescheid wusste. Medienberichte in "News", "Wirtschaftsblatt" und dem "Profil" dazu will der Angeklagte aber nicht gekannt haben. "Das Profil les' ich nur beim Friseur", sagte er den Staatsanwälten.

Zum Schluss des 28. Prozesstages beriet sich nochmals der Senat und entschied: Ab morgen müssen die Angeklagten Petrikovics, Thornton und Starzer wieder im Gericht erscheinen. Denn ihre Anwesenheit ist zur Befragung des nächsten Angeklagten erforderlich. Wer das nun wirklich ist, hat die Richterin nicht offiziell verraten und damit wieder einmal ihre Vorliebe für sogenannte "Cliffhanger" unter Beweis gestellt. Sie macht es spannend.

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(red)

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