"Ich bin nicht interessiert", stellte Ceferin im britischen Podcast "The Rest is Politics" klar. Der 58-Jährige wolle an der Spitze der UEFA bleiben. Zudem sei seine "Glaubwürdigkeit um ein Vielfaches höher", wenn er selbst keine Ambitionen auf den FIFA-Chefsessel habe.
Dabei gehört Ceferin zu den schärfsten Kritikern Infantinos. Die UEFA will dessen Wiederwahl beim FIFA-Kongress im März 2027 verhindern und drohte sogar mit einem Boykott von FIFA-Bewerben inklusive Weltmeisterschaften.
Auslöser der Krise waren unter anderem Infantinos mittlerweile zurückgezogene Pläne, private Investoren an zukünftigen WM-Geschäften zu beteiligen. Auch mehrere europäische Verbände sowie der asiatische Verband AFC und die CONCACAF stellten sich gegen den FIFA-Präsidenten.
Ceferin hofft nun darauf, dass Infantino selbst erkennt, "dass er nicht die nötige Unterstützung für seine Wiederwahl hat". Sollte der Schweizer trotzdem antreten, rechnet der UEFA-Boss mit einem Gegenkandidaten. "Ich weiß allerdings noch nicht, wer das sein wird", sagte Ceferin. Die Frist für Kandidaturen endet am 18. November.
Als mögliche Alternative gilt derzeit FIFA-Vizepräsident Victor Montagliani. Der 60-jährige Kanadier ist Präsident der CONCACAF und geriet zuletzt ebenfalls mit Infantino aneinander. Montagliani hatte den FIFA-Boss sogar gebeten, einem U14-Turnier in der Dominikanischen Republik fernzubleiben. Infantino reiste dennoch an.
Auch Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß schoss zuletzt scharf gegen den FIFA-Präsidenten. Besonders politische Einflussnahme sowie mögliche weitere Aufblähungen der bereits auf 48 Teams erweiterten WM sind ihm ein Dorn im Auge. Für Hoeneß steht fest: "Eine Weltmeisterschaft muss eine Eliteveranstaltung sein."