FIFA-Boss Gianni Infantino will die Fußball-Weltmeisterschaft privatisieren und sich selbst damit in eine neue Gehaltsliga katapultieren: Wie die "Times" berichtet, könnte der Schweizer nach seiner Amtszeit selbst Chef des neuen Unternehmens werden, das künftig die WM und die Klub-WM verwalten soll – und dabei ein Rekordgehalt kassieren.
Demnach könnte sich Infantinos Einkommen am Gehalt von NFL-Commissioner Roger Goodell orientieren. Der Chef der US-Football-Liga soll jährlich rund 64 Millionen Dollar (etwa 56,3 Millionen Euro) verdienen.
Für Infantino würde das nahezu eine Verzehnfachung seines bisherigen Gehalts bedeuten. Die Fifa dementierte allerdings entsprechende Spekulationen. Laut Weltverband sei ein CEO-Posten für Infantino "nie diskutiert worden".
Nach den Plänen soll eine neue Gesellschaft gegründet werden, die künftig die Fußball-WM und die Klub-WM verwaltet. Die Fifa würde dabei Mehrheitsgesellschafter bleiben, private Investoren könnten zunächst 20 bis 30 Prozent der Anteile erwerben. Weitere rund 20 Prozent sollen an die insgesamt 211 Mitgliedsverbände verteilt werden.
Jeder Verband würde Anteile im Wert von rund 20 Millionen Dollar (17,6 Millionen Euro) erhalten. Diese könnten bei Bedarf verkauft werden – vor allem für kleinere Verbände wäre das ein lukratives Geschäft.
Laut der "Times" wurden bereits mögliche Investoren angesprochen. Demnach soll es Kontakte ins Umfeld von US-Präsident Donald Trump gegeben haben, zu dem Infantino seit Jahren ein gutes Verhältnis pflegt. Als möglicher Großinvestor gilt Joshua Kushner, der Bruder von Trumps Schwiegersohn Jared Kushner. Auch die US-Großbank JP Morgan wird als potenzieller Geldgeber gehandelt.
Infantino dürfte im kommenden Jahr erneut zum Fifa-Präsidenten gewählt werden und den Weltverband bis 2031 führen. Danach könnte er – zumindest nach den aktuellen Plänen – an die Spitze der neuen WM-Gesellschaft wechseln.
Das Modell könnte den Weltfußball nachhaltig verändern. Da das neue Unternehmen gewinnorientiert arbeiten würde, könnten Weltmeisterschaften und Klub-Weltmeisterschaften künftig häufiger stattfinden als bisher. Auch über eine erneute Aufstockung der Teilnehmerfelder wird bereits diskutiert.