Bis zu 12 Stunden Stauchaos an der Grenze

Die Situation bei der Einreise an der slowenisch-österreichischen Grenze beim Karawankentunnel.
Die Situation bei der Einreise an der slowenisch-österreichischen Grenze beim Karawankentunnel.picturedesk.com
Schon bisher stießen die Polizisten und Soldaten bei der Kontrolle des Einreiseverkehrs an ihre Grenzen. Nun sorgt eine Neuerung für Chaos.

Erst seit einem Tag gilt eine neue Einreise-Verordnung in Österreich, sie sorgte allerdings schon für gewaltiges Chaos. Denn sie besagt, dass an der Grenze nicht nur alle österreichischen Reiserückkehrer aus Risikoländern geprüft werden müssen und alle anderen Lenker "durchgewunken" werden können, sondern gleich alle Fahrzeuge, die über die Grenze kommen, angehalten, die Insassen kontrolliert und Dokumente ausgefüllt werden müssen.

"Jeder ist irgendwie übermüdet, wenn es da schwere Unfälle gibt, kann sich alles der Bundeskanzler Kurz auf den Deckel schreiben"

Dies sorgte für einen massiven Anstieg der Kontrollarbeit und mehrstündigen Wartezeiten für die Autolenker. Dreistündige Wartezeiten waren deshalb am Samstag der Normalfall vor dem Karawankentunnel. Erst am Samstag erfuhren aber viele Polizisten und Soldaten im Grenzkontroll-Einsatz von der neuen Verordnung, die die Kontrolle aller Fahrzeuge vorsieht. Entsprechend chaotisch gestalteten sich laut "ORF" die Szenen.

Die Stauzeit stieg noch einmal massiv an, zudem mussten die Reisedokumente von allen Reisenden und Berufsfahrern kopiert und sie über die Maßnahmen – Weiterfahrt, bei Durchreise kein Stehenbleiben in Österreich oder Heimuarantäne – informiert werden. Festgestellt wurden laut Land Kärnten bei der Einreise sechs neue Corona-Fälle, über 89 Personen wurde zudem die Heimquarantäne verhängt.

"Keiner hat was vorher gesagt, wir haben überhaupt nicht gewusst, was passiert. Elf Stunden haben wir jetzt bis kurz vor die Karawanken gewartet, also wir sind sprachlos"

Nun will man beraten, wie man das Reisechaos an den kommenden Wochenenden besser in den Griff bekommen kann. Der Ärger bei den Reisenden jedenfalls ist riesig. "Man darf sich nicht über irgendwelche übermüdete Autofahrer wundern, jetzt müssen auch noch alle durchfahren, also man darf nicht stehenbleiben. Jeder ist irgendwie übermüdet, wenn es da schwere Unfälle gibt, kann sich alles der Bundeskanzler Kurz auf den Deckel schreiben", so ein Betroffener zu "Ö1".

"Es geht nicht voran, es ist grausam. Wir haben keine Informationen, wir wissen nicht, was los ist. Inzwischen ist die Müdigkeit einfach schlimmer als hier irgendwie zu stehen und zu warten", sagte eine andere Reisende. "Keiner hat was vorher gesagt, wir haben überhaupt nicht gewusst, was passiert. Elf Stunden haben wir jetzt bis kurz vor die Karawanken gewartet, also wir sind sprachlos", so ein weiterer Betroffener. Das Rote Kreuz musste die Autofahrer mit Wasser versorgen.

Bist du vom Stau betroffen? Dann schick uns deine Fotos/deinen Bericht an online@heute.at oder per Whatsapp an 0670/400 400 4. Es winken 50 Euro, wenn euer Foto in der "Heute"-Zeitung gedruckt wird.

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