Nach der 0:2-Niederlage gegen Spanien im WM-Halbfinale eskalierte die Stimmung in mehreren französischen Städten. Besonders in Paris und Lyon lieferten sich gewaltbereite Personen Auseinandersetzungen mit der Polizei.
Allein in der französischen Hauptstadt wurden bis Dienstagfrüh mehr als 140 Menschen festgenommen. Laut Behörden richteten sich viele der Festnahmen gegen Personen, die Feuerwerkskörper und sogenannte Feuerwerksmörser auf Einsatzkräfte abgefeuert hatten.
Auch in Lyon musste die Polizei eingreifen. Rund um die Fan-Zone auf dem Place Bellecour flogen Wurfgeschosse, Müllcontainer wurden in Brand gesetzt. Die Beamten setzten Tränengas ein, außerdem wurde eine U-Bahn-Station vorübergehend gesperrt. Rund 20 weitere Personen wurden festgenommen.
Verletzte oder größere Sachschäden wurden nach ersten Angaben nicht gemeldet. Die Polizei betonte zugleich, dass sich die überwiegende Mehrheit der Fans friedlich verhalten habe. Wegen des gleichzeitig gefeierten französischen Nationalfeiertags, dem Bastille-Tag, waren landesweit rund 70.000 Sicherheitskräfte im Einsatz.
Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez hatte bereits vor dem Spiel angekündigt, konsequent gegen Ausschreitungen vorzugehen. Präsident Emmanuel Macron gratulierte Spanien nach dem Schlusspfiff zum Finaleinzug und dankte der französischen Mannschaft für ihren Einsatz, räumte aber ein, dass das Halbfinal-Aus "schwer zu verdauen" sei.