Charlotte-Roche-Fans boykottieren True Fruits

Saft-Hersteller könnte ein harmloser Beruf sein. Jetzt muss man sich jedoch fragen: Was ist das extremere Extrem?
Saft-Hersteller könnte ein harmloser Beruf sein. Jetzt muss man sich jedoch fragen: Was ist das extremere Extrem?Bild: keine Quellenangabe
Fans von Charlotte Roche und dariadaria rufen zum Boykott gegen den Smoothie-Hersteller auf. In Supermärkten verdrängen diese deren Produkte.
Wie "Heute.at" berichtete, handelte sich der deutsche Smoothie-Hersteller vor wenigen Wochen erneut Ärger ein, indem er seinen Saft auf Instagram mit einem aufgemalten Penis-Motiv bewarb. Den Sinn für Humor bei den grafischen Aufbereitungen scheinen viele nicht zu verstehen.

Dass man jedoch so weit geht zu behaupten, dass ein Penismotiv alte Traumata auslöst, ist ein wenig weit gegriffen, denn dann würde man mit jedem Motiv bei irgendjemandem irgendetwas auslösen können. So sahen es treue Anhänger der Marke, wie sie unter einem Smoothie-Posting kommentieren:



CommentCreated with Sketch.0 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. "Meine Güte, es stimmt nicht mal, was ihr alle da behauptet. Nicht jede*r, der/die schon Mal ne Missbrauchserfahrung gemacht hat, kriegt gleich nen traumatischen Rückfall, nur weil er/sie nen hingeschmierten Penis zu Gesicht bekommt! Ich zum Beispiel hab einfach nur lachen müssen! Und auch wenn's manchen so gehen mag - es tut mir wirklich und ehrlich leid, wenn euch das Probleme macht, aber wir können jetzt nicht anfangen, Abbildungen von Schlangen für alle Schlangen-Phobiker zu verbieten, gepunktete Kleidung für alle mit Trypophobie und sämtliche rote Gegenstände für die, die mal in nem roten Raum eingesperrt waren. Jede*r hat ein Päckchen zu tragen und jede*r muss lernen, damit umzugehen. Man kann nicht einfach alles weglassen, was irgendwem Probleme macht, so lange es keine wirkliche Gefährdung darstellt. Wo sollten wir denn dann aufhören, da müssten wir ja alles verbieten, denn es gibt unfassbare Mengen von Ängsten und Traumata auf der Welt. Lässt uns lieber alle herzlich miteinander lachen und uns lieb haben - das bringt sicher viel mehr!," schreibt eine Userin auf Instagram.

Charlotte Roche und ihre Fans sehen es ein wenig anders. In ihren Augen ist das Verhalten des Unternehmens behindertenfeindlich, rassistisch und sexistisch. Aus diesem Grund postete die Autorin auf Instagram: „Man kann auch einfach ein paar Trauben und einen Haps Apfel und zwei Blaubeeren solange im Mund kauen und hin- und herquetschen, bis man einen ganz frischen personalisierten Smoothie hat."

Auch bekannte Influencer wie Madeleine Alizadeh (dariadaria) riefen zum Boykott auf. Bereits im Februar startete die Petition #truediskriminierung, die fordert True Fruits bei Handelspartnern aus dem Sortiment zu nehmen. Bisher haben 45.000 Menschen unterzeichnet.



Dariadaria postete in einer Story, sie dekoriere einen Supermarkt um. Die Produkte von True Fruits ersetzte sie durch Konkurrenzprodukte. Damit löste sie eine Bewegung in ihrer Community aus. (GA)
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