Mit dem Update auf GPT 5.4 machte ChatGPT immer mehr Goblin-Referenzen. Der beliebte Chatbot konnte kaum antworten, ohne sich selbst als Fabelwesen zu bezeichnen - und das ließ viele Nutzer verwirrt zurück.
Doch wie kam es zu diesem bizarren Verhalten? Schuld war die sogenannte "Nerdy"-Persönlichkeit, eine Einstellung, die den Sprachstil von ChatGPT verändert. Ein Belohnungssignal im Training bevorzugte dabei versehentlich verspielte Sprache mit Metaphern über Fabelwesen.
Wie t3n.de berichtet, sorgte die Nerdy-Persönlichkeit für einen Feedback-Loop, bei dem verspielte Sprache im Modelltraining immer weiter belohnt wurde. Die Zahl der Goblin-Nennungen nahm bereits seit GPT 5.2 zu. Bei ChatGPT 5.4 erreichte das Problem seinen Höhepunkt: OpenAI verzeichnete im Vergleich zum Vorgängermodell eine Zunahme der Erwähnungen um 388 Prozent.
Die "Nerdy"-Einstellung machte zwar nur einen kleinen Teil aller Antworten aus, lieferte aber den Großteil der Goblin-Erwähnungen. Über eine Rückkopplungsschleife breitete sich die Marotte auf andere Sprachstile aus.
In einem Blogpost kündigte der Tech-Konzern nun an, die Goblin-Ausbrüche eingedämmt zu haben. Die Lösung war simpel: OpenAI stellte die Nerdy-Persönlichkeit Mitte März komplett ein und entfernte das fehlerhafte Signal.
Nutzer können weiterhin wählen, in welchem Stil ChatGPT antwortet. In den Einstellungen lassen sich etwa Persönlichkeiten wie "freundlich", "zynisch" oder "motivierend" auswählen - nur die Goblin-Variante ist Geschichte.