Der obersteirische Ex-Polizist, der im Februar 2023 seinen Kommandanten erschossen hat, wurde in der Erstinstanz zu 20 Jahren Haft verurteilt. Am Mittwoch wurde das Strafmaß am Oberlandesgericht zu lebenslänglich hinaufgesetzt. Das Urteil ist rechtskräftig.
Der mittlerweile 47-Jährige hatte am 27. Februar 2023 ein Gespräch mit seinem Vorgesetzten gehabt. Es ging dabei um einen nicht protokollierten Arbeitsunfall und eine ausständige Krankenstandsbestätigung. Im Raum stand deswegen eine Anzeige wegen Amtsmissbrauch. Der Obersteirer verließ nach dem Gespräch das Büro, kehrte aber mit einer Dienstwaffe wieder zurück. Daraufhin gab er mehrere Schüsse ab, die den 59-jährigen Inspektionskommandanten tötete. Er traf dabei den Oberkörper und zweimal den Kopf.
Nach dem Prozess im Februar am Landesgericht Leoben haben sowohl der Beschuldigte als auch die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt. Damals war der Ex-Polizist zu 20 Jahren Haft für den Mord an seinem Vorgesetzten verurteilt worden.
Am Mittwoch fand nun die Berufungsverhandlung am Oberlandesgericht Graz statt. Verhandelt wurde in Abwesenheit des Ex-Polizisten, da der Angeklagte an der Verhandlung nicht teilnehmen wollte. Bei Berufungsverhandlungen gibt es nur das Recht auf Teilnahme, nicht die Pflicht. Das Urteil wurde schlussendlich auf lebenslangen Freiheitsentzug erhöht.
Die Staatsanwaltschaft argumentierte, dass bei dem Beschuldigten keine Reue zu erkennen sei und auch dessen Cannabiskonsum nicht entlastend sei. Der Richtersenat folgte diesen Argumenten, das Urteil ist rechtskräftig. Zusätzlich muss der Ex-Polizist auch die Kosten der Berufungsverhandlung tragen.