"Wahlversprechen gebrochen"

China-Restaurant? Politstreit um leerstehendes Gasthaus

Seit Jahren steht in Linz ein einst beliebtes Gasthaus leer. Comeback-Versuche scheiterten. Jetzt deuten alle Zeichen auf einen Neustart hin.
Oberösterreich Heute
06.08.2026, 04:00
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Er war über Jahrzehnte ein beliebter Treffpunkt: der Lindbauer am Urfahraner Donauufer mit gschmackiger Hausmannskost, uriger Stube und lauschigem Gastgarten. Doch vor bald sechs Jahren, im Herbst 2020, machte das Lokal überraschend zu.

Seitdem gibt es immer wieder Versuche, es wiederzubeleben. Zunächst kündigte die Firmengruppe Kaufmann vollmundig eine Neueröffnung an. Daraus wurde aber nichts. Das Familienunternehmen trennte sich in der Folge von all seinen Gastro-Beteiligungen.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Im Wahlkampf ums Linzer Bürgermeisteramt flammte die Diskussion über das verwaiste Wirtshaus wieder auf: Im Jänner 2025 kündigte SP-Kandidat Dietmar Prammer als interimistischer Stadtchef an, dass die öffentliche Hand einen Kauf prüfen werde. Auch das passierte nicht.

Nun kommt in die mittlerweile verfahrene Sache erneut Bewegung: Die Hinweise verdichten sich, dass ein China-Restaurant in die Räumlichkeiten einziehen soll. Es hagelt Kritik der ÖVP – freilich an Prammer, inzwischen Bürgermeister.

Was der Volkspartei aufstößt: Der rote Politiker habe den Betrieb als "bedeutenden Teil des kulturellen und gastronomischen Erbes von Linz" bezeichnet. "Heute gibt es weder einen städtischen Ankauf noch die angekündigte Wiederbelebung als traditionelles Wirtshaus", wettert der schwarze Vizebürgermeister Martin Hajart.

Dass jetzt dem Vernehmen nach ein asiatisches Lokal einziehen soll, passe "nicht mit Prammers großen Worten" zusammen und bedeute "einen weiteren Bruch seines Wahlversprechens". Außerdem fordert Hajart Prammer auf, das Scheitern der Verhandlungen  zu erklären.

Der 1904 errichtete Lindbauer präge mit seinem sezessionistischen Dekor den Urfahraner Brückenkopf und sei ein bedeutendes Stück Stadtgeschichte. Gerade deshalb hätte es eine klare Strategie für das Gebäude und sein Umfeld gebraucht, so die ÖVP.

{title && {title} } red, {title && {title} } 06.08.2026, 04:00