China galt lange als Wachstumsmotor der weltweiten Autoindustrie. Doch im Mai 2026 wurden im Land rund 1,5 Millionen Personenwagen verkauft – das sind 20 Prozent weniger als im Vorjahr.
Die Ursachen für den Rückgang sind vielfältig. Einerseits wurde die Förderung für neue Fahrzeuge eingeschränkt und eine zusätzliche Verbrauchssteuer eingeführt. Andererseits schwächt eine anhaltende Wirtschaftskrise seit Ende der Pandemie die Kaufkraft der Bevölkerung.
Es kommt dadurch zu Überkapazitäten und einem harten Preiskampf zwischen den etwa 49 Herstellern mit über 100 verschiedenen Marken. Viele Kunden warten auf Schnäppchen, was den Markt zusätzlich verlangsamt.
Um den Absatzrückgang abzufedern, setzen chinesische Hersteller vermehrt auf den Export. In Europa gewinnen ihre Modelle zunehmend Marktanteile, während klassische Verbrenner auch nach Südamerika und Afrika geliefert werden.
Europäische Hersteller hingegen profitieren von angepassten Modellen und verbesserter Technik für den chinesischen Markt. Die Software wurde aufgerüstet und die Fahrzeugauswahl erweitert, was ihre Wettbewerbsfähigkeit stärkt.
Der wachsende Exportdruck aus China ist laut Experten nicht existenzgefährdend für Europa, sollte aber ernst genommen werden. Obwohl chinesische Marken technologisch lange vorne lagen, sind ihre Fahrzeuge oft nicht optimal auf europäische Kunden zugeschnitten. Europäische Produzenten holen technologisch auf und wollen sich dem Wettbewerb stellen.