Eine chinesische App für Alleinlebende mit dem auffälligen Namen "Bist du tot?" hat weltweit für Aufsehen gesorgt. Jetzt will das dahinterstehende Unternehmen den Namen ändern.
"Nach ausführlicher Abwägung" wird die App ab sofort auch in China den globalen Namen Demumu tragen, gab Moonscape Technologies bekannt. Bis jetzt hieß die App Sileme, was auf Mandarin "Bist du tot?" oder schlicht "Tot?" bedeutet.
Das Symbol der App ist ein Geist. Sie schlägt Alarm bei einer hinterlegten Kontaktperson, wenn jemand 48 Stunden lang nicht reagiert. Am Dienstag war Sileme, deren Name auf die beliebte chinesische Essensliefer-App Eleme anspielt, eine der gefragtesten kostenpflichtigen Apps in chinesischen App-Stores. Bei Apple war sie schon seit Sonntag ganz oben in den Charts.
Dadurch ist die Software nicht nur in China, sondern auch international in den Medien gelandet. Laut dem Anbieter hat vor allem ein Bericht des britischen Senders BBC für ein "explosives Wachstum" der Nutzerzahlen im Ausland gesorgt. Auch die Nachrichtenagentur AFP hat über den Erfolg der App berichtet.
Einige Nutzer waren von der Namensänderung überrascht. "Glaubt Ihr nicht, dass das Viralgehen genau auf Euren Namen zurückzuführen ist?", schrieb ein User auf der chinesischen Plattform Weibo. "Ohne ihn hätte niemand diese App installiert, außer in absoluten Notfällen." Ein anderer meinte zum neuen Namen: "Mit diesem neuen Namen verliert sie ihre Würze."
Der Name war zuvor aber auch in der Kritik gestanden. "Wenn ich wollte, dass meine Großeltern diese App herunterladen, könnte ich mich wahrscheinlich nicht dazu durchringen, den Namen auszusprechen", erzählte die 20-jährige Studentin Huang Zixuan. Die 36-jährige Büroangestellte Sasa Wang sagte dagegen, für Menschen mittleren Alters sei der Name kein Problem – sie würden ohnehin oft über das Thema Tod nachdenken.
In China steigt die Zahl der Alleinlebenden seit Jahren. Ein Grund dafür ist, dass immer weniger Menschen heiraten. Laut offiziellen Zahlen war im Jahr 2024 jeder fünfte Haushalt in China ein Ein-Personen-Haushalt. Zehn Jahre davor waren es noch 15 Prozent.