Dichand gewinnt Ringen um "Krone" – und will zukaufen

Herausgeber Christoph Dichand gewann das Ringen um die "Krone". Er würde auch von René Benko Anteile kaufen.
Herausgeber Christoph Dichand gewann das Ringen um die "Krone". Er würde auch von René Benko Anteile kaufen.
picturedesk.com/Montage: Heute.at
Christoph Dichand hat im Ringen um die "Kronen Zeitung" die zehnte Schiedsgerichts-Entscheidung in Folge gewonnen. Diese zementiert die Stellung der Verleger-Familie Dichand in der "Krone" für die Zukunft unanfechtbar ein. Der Traum René Benkos, die gesamten Funke-Anteile zu übernehmen, dürfte damit endgültig geplatzt sein.

In einem öffentlich ausgetragenen Eigentümer-Disput hat die Funke-Gruppe mit René Benko – wie berichtet– intensiv versucht, "Krone"-Herausgeber Christoph Dichand aus dem Amt zu treiben und das Vorkaufsrecht sowie Gewinngarantien für die Familie Dichand auszuhebeln. Dieses Ansinnen ist gescheitert. Ein Schiedsgericht nach Schweizer Recht, das zur Klärung von Unstimmigkeiten zwischen den Hälfte-Eigentümern angerufen wurde, schmetterte die einseitige Aufkündigung der "Krone"-Verträge ab. Dieses Urteil ist nicht anfechtbar.

Benko wird nie Mehrheit erlangen

50 Prozent an der "Kronen Zeitung" besitzt die Gründer-Familie Dichand, 50 Prozent die deutsche Funke-Gruppe. Die Funke-Anteile werden von der "WAZ Ausland Holding" gehalten. Diese wiederum gehört zu 51 Prozent der deutschen Funke-Gruppe und zu 49 Prozent Immobilien-Investor René Benko. Durchgerechnet besitzt Benko 24,9 Prozent an der Kronen Zeitung.

Christoph Dichand: "Meine Familie und ich würden sowohl von Benko als auch von der Funke-Gruppe jederzeit Anteile kaufen."

Mehr wird es wohl niemals werden. Das nun ergangene Urteil bestätigt nämlich die vollinhaltliche Gültigkeit der vertraglichen Vereinbarungen aus dem Jahr 1987. Damals wurde ein Vorkaufsrecht der Familie Dichand an der "Kronen Zeitung" paktiert. Bedeutet: Möchte "Funke" die Mehrheit ihrer Anteile verkaufen, müssen diese zwingend zuerst der Familie Dichand angeboten werden. Wird "Funke" das jetzt tun? Unklar, es wäre wohl aber der einzige Ausweg aus dem ewigen Dilemma. Christoph Dichand ließ jedenfalls verlautbaren, dass er mit seiner Familie "sowohl von René Benko als auch von der Funke-Gruppe jederzeit Anteile kaufen" würde.

"Leser können sich auf uns verlassen"

Christoph Dichand ist der jüngste Sohn des legendären "Krone"-Gründers Hans Dichand. Seit dem Tod seines Vaters im Jahr 2010 ist er Herausgeber des reichweitenstärksten Printmediums Österreichs, bereits seit 2003 Chefredakteur. "Die Krone, ihre Redaktion und die Familie Dichand sind seit Jahrzehnten untrennbar miteinander verbunden", hielt Christoph Dichand am Mittwoch in einer Pressemeldung fest. Er gab auch gleich ein Versprechung für die Zukunft ab: "Zusammen waren und sind wir der Garant für den Erfolg bei den Leserinnen und Lesern in ganz Österreich. Sie können sich auf unsere Grundwerte – Mut, Haltung und Unabhängigkeit – verlassen. Umso mehr werden wir gemeinsam mit der Redaktion den eingeschlagenen Weg ganz im Sinne des Vermächtnisses meines Vaters auch in Zukunft unbeirrt und bestärkt weitergehen: die Meinungs- und Pressefreiheit hochzuhalten und weiterhin zu 100 Prozent den Leserinnen und Lesern verpflichtet zu sein.“

Funke und Benko schweigen

Eine öffentliche Stellungnahme der Formation Funke/Benko nach dem Schiedsgerichts-Entscheid stand vorerst aus. Das nun in der Schweiz gefällte Urteil bestätigt die vertraglich festgelegte Gewinnaufteilung und sieht den Führungsanspruch in der Redaktion sowie in personellen Angelegenheiten bei der Gründer-Familie Dichand.

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