Nach knapp eineinhalb Jahren heißt es für das Lokal "Taverna" in der Albertgasse 49 (Wien-Josefstadt) nun "Arrivederci!": Wie der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) in einer Aussendung berichtet, wurde über das Vermögen der Gastrodogs Gastronomieentwicklungs- und Betriebs GmbH ein Konkursverfahren eröffnet.
Mit der "Taverna" (eine Mischung aus Taverne und Averna) wollte Spitzen-Gastronom Andreas Flatscher im Oktober 2024 sizilianisches Lebensgefühl nach Wien holen. "Als langjähriger Averna-Fan habe ich mich bei der 'Taverna' nicht nur bei der Namensgebung inspirieren lassen. Seit über 25 Jahren bin ich sehr eng mit Averna verbunden" erklärte Flatscher damals.
Der Standort in der Albertgasse hatte für Flatscher eine ganz besondere Bedeutung: "Hier hatte ich von 1998 bis 2010 mein erstes Lokal in Wien: 'Die Wäscherei'. In diesen Mauern steckt also schon jede Menge Spaß und gutes Karma", so Flatscher.
Doch nun ist leider Schluss: Laut AKV wird das Abgleiten in die Insolvenz etwa "auf mehrere strukturelle Veränderungen im Konsum- und Ausgehverhalten sowie auf wirtschaftliche Rahmenbedingungen und die daraus resultierenden Problemen zurückgeführt". Zudem wird betont, dass ein deutlicher Rückgang der Abendgastronomie zu beobachten sei.
Darüber hinaus sollen sich stark gestiegene Betriebs- und Personalkosten belastend auf die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens ausgewirkt haben. Die Verbindlichkeiten werden mit über 1,3 Millionen Euro angegeben. Vom Insolvenzverfahren sind rund 25 Gläubiger und fünf Dienstnehmer betroffen. Eine Sanierung wird nicht angestrebt, das Unternehmen wird daher geschlossen und liquidiert.
1998 eröffnete der damals 23-jährige Andreas Flatscher in Wien sein erstes Lokal – die "Wäscherei", ein Szenelokal mit dem er seine ersten Erfolge als Konzeptgastronom feierte. Nach dem Verkauf der "Wäscherei" gründete er eine Gastronomieberatungs-Agentur, 2011 eröffnete er das "Flatschers" in der Kaiserstraße (Wien-Neubau). Weitere Lokale folgten, die Flatscher allerdings verkaufte.