In Simmering nimmt ein großes Pflegeprojekt Formen an: Die Häuser zum Leben und die Sozialbau AG haben das Siegerprojekt für den Neubau des Pensionisten-Wohnhauses Haidehof präsentiert.
Der Neubau ist Teil der Pflegestrategie der Stadt. "Die Schaffung zusätzlicher Pflegeplätze und moderner Infrastruktur ist eine zentrale Maßnahme, um dem wachsenden Bedarf gerecht zu werden", erklärt Sozialstadtrat Peter Hacker (SPÖ): " Ziel sei es, auch künftig "qualitativ hochwertige Pflege und Betreuung" zu sichern und ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.
Das alte Gebäude wurde bereits abgetragen. Nun wird das Areal vorbereitet – ab Ende 2027 sollen ein neues Pflegewohnhaus und geförderte Wohnungen entstehen. Hintergrund ist auch die demografische Entwicklung. "Die Zahl der Seniorinnen und Senioren wird in den nächsten Jahren signifikant steigen", so NEOS-Gemeinderätin Arabel Bernecker-Thiel. Gleichzeitig würden viele länger aktiv bleiben, "mit anderen Ansprüchen und einem später einsetzenden Pflegebedarf".
Geplant sind zusätzliche Pflegeplätze sowie Gemeinschaftsflächen und Angebote für das Grätzl. Bezirksvorsteher Thomas Steinhart erklärt: "Durch grün gestaltete Freiflächen, offen angelegte Plätze und einladende Begegnungsräume entstehen lebendige Grätzlzentren." Diese sollen das Miteinander stärken und die Lebensqualität erhöhen.
Bewohner, Besuchern und Mitarbeiter betreten das neue Pflegewohnhaus über einen begrünten Vorplatz an der Rhezakgasse. Das Erdgeschoss ist offen gestaltet und bietet einen Blick zum Garten und zum neu entstehenden Grätzlpark. Eine große Gartenterrasse ist ebenfalls geplant.
Auch das Umfeld wird einbezogen: Neben dem Pflegewohnhaus sind Räume für Gesundheitsdienste und ein generationenübergreifender Pensionistenklub vorgesehen. Zudem entsteht geförderter Wohnraum. Für die Häuser zum Leben ist das Projekt Teil eines größeren Konzepts. "Wir denken Pflege, Wohnen und Nachbarschaft zusammen und schaffen damit ein zukunftsweisendes Modell", so Geschäftsführer Christian Hennefeind.
Umgesetzt wird der Bau diesmal über ein Bauträgermodell – nicht direkt durch die Häuser zum Leben. So könne man sich stärker auf Pflege und Betreuung konzentrieren. Mit ihrem Konzept – fokussiert auf Energieeffizienz, klimafitte Bauweise und flexible Nutzungsmöglichkeiten durch kleinteilige Wohneinheiten – überzeugte im Rahmen eines öffentlichen Vergabeverfahren die Sozialbau AG. Ziel sei es, Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen zusammenzubringen und Austausch zu fördern. Die Fertigstellung ist für 2030 geplant. Dann sollen die ersten Bewohner einziehen.