Betrug am Flughafen aufgedeckt

Ermittler erstaunt: Frau mit Pflegestufe 6 konnte gehen

Am Flughafen Wien wurde eine angeblich schwerkranke Frau ertappt. Sie soll jahrelang zu Unrecht Pflegegeld bezogen haben.
Christian Tomsits
19.04.2026, 21:27
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Im Zuge von Stichprobenkontrollen am Flughafen Schwechat ertappten auf Sozialbetrug spezialisierte Kripo-Ermittler eine Türkin, die dem Staat rund 150.000 Euro gekostet haben dürfte – wir berichteten.

Die aus dem Urlaub heimkehrende Frau hatte Pflegestufe 6 – das ist hochgradig dementen oder bettlägerigen Patienten vorbehalten. Dennoch konnte sie am Airport ohne Stock oder sichtbare Beschwerden gehen. Eine angeordnete ärztliche Nachuntersuchung brachte Klarheit: Die Türkin hätte überhaupt kein Anrecht auf eine Pflegestufe, ihr Geld wurde sofort gestrichen.

Dennoch ist der Schaden enorm – die rund 1.600 Euro Hilfsgeld pro Monat soll die Verdächtige bereits seit fast 8 Jahren überwiesen bekommen haben. Nun stellt der Staat Rückforderungen in der Höhe von rund 150.000 Euro – zudem muss die Frau mit einem Strafverfahren rechnen. Die Ermittlungen der Taskforce Sozialbetrug (SOLBE) laufen.

Der Fall ist kein Einzelfall. Seit Jahren steigen die Zahlen der aufgedeckten Betrugshandlungen deutlich an, der Gesamtschaden dürfe in die Millionen gehen. Die Aufklärungsquote bei den über 6.000 Verdachtsfällen pro Jahr liegt aktuell bei hohen 99,6 Prozent. "Wo funktionierende Kontrollmechanismen greifen, wird Missbrauch frühzeitig erkannt und gesamtstaatlicher Schaden wirksam verhindert", heißt es aus dem zuständigen Innenministerium.

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