Jugendamt eingeschaltet

17 Anzeigen! Nachbarin terrorisiert muslimische Familie

Eine Frau soll einer muslimischen Familie das Leben zur Hölle gemacht haben: Neben Anzeigen bei der Polizei wurde auch das Jugendamt eingeschaltet.
Wien Heute
19.04.2026, 20:17
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1.539 Meldungen von Rassismus wurden im Jahr 2025 österreichweit dokumentiert und bearbeitet, vermeldete unlängst der Verein Zara mit Sitz in Wien-Margareten. Im Vergleich zu den Vorjahren gingen laut dem Jahresbericht deutlich mehr Meldungen von Betroffenen selbst ein, die Zahl stieg auf 47 Prozent.

Der Hauptanteil der gemeldeten Fälle (56 Prozent) spielte sich im digitalen Raum ab. Aber auch im öffentlichen Raum (15 Prozent), im Umgang mit staatlichen Behörden (8 Prozent), der Polizei (7 Prozent) und in der Arbeitswelt (4 Prozent) kam es regelmäßig zu Rassismus-Vorfällen. Nicht zuletzt gibt es immer wieder auch Konflikte im Bereich Wohnen bzw. Nachbarschaft, wie der Fall von Elif (Name geändert) zeigt.

Nachbarin erstattet Anzeige

Die Muslima und ihre Familie wurden über einen längeren Zeitraum von ihrer Nachbarin terrorisiert. Diese beschwerte sich regelmäßig über angebliche Lärmbelästigungen, erstattete deshalb insgesamt 17 Anzeigen bei der Polizei. Auch eine Unterlassungsklage reichte sie ein.

Der Konflikt ging sogar so weit, dass die Nachbarin mit falschen Anschuldigungen an das Jugendamt wandte. Laut Zara hatte sich die Frau offenbar zum Ziel gesetzt, die muslimische Familie aus deren Wohnung zu vertreiben.

Konflikt eskalierte im Aufzug

Eines Tages eskalierte die Situation dann völlig: Elif stand mit drei ihrer Kinder im Aufzug. Obwohl kein Platz mehr war, versuchte die Nachbarin einzusteigen. Als die Mutter sie darauf hinwies, stieß die Frau sie und schubste auch ihre Tochter, um sich in den Lift zu zwängen – beide sollen dadurch Prellungen erlitten haben.

Dann drohte die Nachbarin noch: "Ich werde euer Leben zerstören!" Elif erstattete Anzeige bei der Polizei. Dort erfuhr sie, dass die Nachbarin ebenfalls Anzeige erstattet und eine einstweilige Verfügung gegen sie beantragt hatte. Sie wandte sich an den Verein Zara. Eine Beraterin führte mehrere Entlastungsgespräche mit ihr, tauschte sich mit einer Schlichtungsstelle aus und begleitete die Tochter zur polizeilichen Einvernahme.

Zara bietet psychosoziale Unterstützung

"Sich mit Rassismuserfahrungen an andere zu wenden, erfordert Mut. Viele Betroffene sind es nicht gewohnt, ernst genommen zu werden. In der Beratung bei Zara finden sie einen Raum, in dem ihnen aktiv zugehört wird und ihre Erfahrungen Anerkennung finden. Die Beraterinnen schaffen Entlastung – durch psychosoziale Unterstützung ebenso wie durch konkrete Hilfe, erklärt Zara-Beraterin Claudia Grobner.

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