Die Mutter von ZiB-Star Stefan Lenglinger (33) stammt aus Ghana, sein Vater aus einer oberösterreichischen Bauernfamilie – der 33-Jährige legte eine steile Karriere beim ORF hin, gehört derzeit sicher zu den bekanntesten Fernsehgesichtern Österreichs.
Der in Wien lebende Hobby-Fußballer moderierte mit der ZiB2 auch schon die größte Nachrichtensendung des Landes mit Bravour. Im Podcast "Mindgames" gab Lenglinger im Gespräch mit dem bekannten Sport-Influencer Lukas Riegler Einblicke in seinen Werdegang, seine Gedanken und packte erstmals über ganz frühe Rassismuserfahrungen als "schwarzes Kind in den Neunzigern" in Österreich aus.
"Als ich jünger war, war das ein großes Thema. Ich merkte früh, dass ich anders bin, als der klassische Österreicher", so der ORF-Moderator mit dem für jedermann sichtbaren Migrationshintergrund.
"Im Kindergarten-Alter hörst du das erste Mal Worte als Beschimpfungen, die du nicht verstehst, die ein blondes Kind allerdings nie genannt wird", erinnert er sich an frühe Gehässigkeit im Kindesalter.
Die liebevolle Unterstützung der Eltern und sein familiärer Zusammenhalt mit seinen drei Geschwistern, die ebenfalls dunkle Hautfarbe haben, halfen ihm sicher dabei, da drüberstehen zu können. "Meine Mutter sagte immer, lass dir nichts einreden. Du bist ein Teil dieser Gesellschaft. Menschen, die mit rassistischen Parolen kommen, sind Idioten."
Seine Mutter hatte als Einwanderin aus der Babyboomer-Generation viel mit Vorurteilen zu kämpfen. Doch noch heute bekommt der Star-Moderator von einzelnen Fernsehzuschauern rassistische Nachrichten zugeschickt. "Manche reduzieren mich eben auf meine Hautfarbe", stellt er fest. Was ihn viel mehr stört: Dass in Österreich immer noch manche "eine Abwehrhaltung" einnehmen, wenn "jemand wie ich über Rassismuserfahrungen spricht."
Dann bekomme der ZiB-Moderator zu hören. "Sei doch froh darüber, wie gut du es hier hast" oder "so rassistisch samma eh ned." Doch man müsse das ernst nehmen, genauso wie er es ernst nimmt, wenn Frauen über Unsicherheit am Nachhauseweg sprechen. "Das kann ich als Mann auch nicht verstehen. Aber man muss es ernst nehmen", sagt er
Im mehr als eine Stunde langen Gespräch gab Lenglinger auch spannende Einblicke in die Familie väterlicherseits – sein Opa erzählte ihm etwa, wie ein Verwandter sich in einem Heuhaufen vor den Hitler-Soldaten retten konnte. Auch Politik, Journalismus und aktuelle Entwicklungen wie der Irankrieg kommen vor. Das "Mindgames"-Gespräch in voller Länge ist bereits auf allen üblichen Kanälen wie YouTube, Spotify und Co. abrufbar.