Dreiste Taxi-Masche

"Dreifachen Preis bezahlt! " Taxi-Abzocke vor Spital

Nach Operationen abgezockt: Immer mehr Wiener berichten von überteuerten Taxifahrten direkt vor Spitälern.
05.04.2026, 21:30
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Die Fälle sorgen für Aufregung: In Wien häufen sich Berichte über dreiste Abzocke bei Taxifahrten – alle uns bekannten Fälle geschahen vor einem Spital in der Wiener Leopoldstadt. Betroffen sind oft geschwächte Patienten direkt nach Eingriffen im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder.

Eine Wienerin musste nach einer Operation plötzlich 79 Euro zahlen - für eine Strecke, die normalerweise rund 35 Euro kostet. Die Begründung des Fahrers: Wegen des Iran-Konflikts seien die Preise gestiegen.

Ein weiterer Fall: Sabine P. zahlte nach einem Eingriff 76 Euro statt üblicher 23 Euro. Ihr wurde erklärt, es handle sich um einen Weihnachtsaufschlag. "Der Fahrer hat mir erklärt, dass im Dezember die Preise angepasst wurden, weil es Weihnachten ist", erzählt sie.

"Um den Finger gewickelt"

"Der Mann war supernett, extrem bemüht. Er wusste, wie man Menschen um den Finger wickelt." P. habe sich damals nichts gedacht dabei, sie glaubte die Lüge der erhöhten Weihnachts-Preise. "Jetzt ärgere ich mich sehr, normalerweise stehe ich voll im Leben."

Jetzt meldet sich ein drittes Opfer. Die 74-jährige Pensionistin Christine K. stieg nach einer Augen-Operation beim Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in ein Taxi. Für eine kurze Fahrt in den 20. Bezirk verlangte der Fahrer 42,80 Euro. "Ein freundlicher Fahrer erklärte mir in perfektem Deutsch, dass ab Mittag die Fahrt leider nun mehr koste", so die Wienerin.

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Auffällig: Die Fahrer treten freundlich und seriös auf - und liefern unterschiedliche Ausreden für die hohen Preise. Mal sind es gestiegene Spritkosten, mal saisonale Zuschläge oder angebliche Tarifänderungen.

Die sieben relevantesten Fahrgastrechte

● Am Armaturenbrett stehen der Namen des Unternehmens, die Adresse, das Kfz-Kennzeichen und der Taxilenkerausweis

● Bei der Bezahlung gibt es ohne Aufforderung eine Rechnung

● Fahrgäste können immer mit Bankomatkarte zahlen

● Es gilt die Beförderungspflicht: Das Taxi muss den Fahrgast ans Ziel bringen, außer dieser raucht im Fahrzeug oder wirkt aggressiv oder gefährlich

● Das Taxi muss immer den schnellsten Weg nehmen. Fahrgäste können verlangen, dass ein Navigationsgerät verwendet wird

● Der Taxifahrer muss beim Ein- und Ausladen von Gepäck sowie – falls nötig – beim Ein- und Aussteigen helfen

● Die Sitzplätze, der Fußraum und der Kofferraum des Fahrzeugs müssen frei bleiben

Beschwerden sind unmöglich

In mehreren Fällen fehlten wichtige Angaben. Rechnungen wurden gar nicht oder nur unvollständig ausgestellt. Ohne Kennzeichen oder Namen des Fahrers sind Beschwerden kaum möglich.

"Heute" fragte nach bei der Taxi-Innung, der Taxler kassierte absolut illegal: "Die Preise im Wiener Taxitarif sind gesetzlich festgelegt und können nur per Verordnung des Landes Wien verändert werden. Es gibt keine kurzfristigen Aufschläge; die einzig erlaubten Zuschläge sind 2 Euro für die Bestellung über einen Kommunikationsdienst sowie 2 Euro für die Beförderung von mehr als 4 Personen."

Auch die Polizei hält fest: Anzeigen liegen bisher kaum vor - Betroffene sollen sich unbedingt melden.

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