Ein routinemäßiger Polizeieinsatz ist am Sonntagmorgen in Wien-Leopoldstadt eskaliert: Nach einer Geschwindigkeitskontrolle kam es zu heftigen Angriffen auf Beamte – mehrere Polizisten wurden verletzt.
Eine Streife hatte ein Auto gegen 06:40 Uhr in der Ausstellungsstraße wegen deutlich überhöhter Geschwindigkeit gestoppt. Im Wagen saßen insgesamt fünf Personen. Schon zu Beginn der Kontrolle fiel ein 41-jähriger Österreicher auf, der auf der Rückbank Platz genommen hatte und sich aggressiv verhielt.
Weil aus dem Fahrzeug starker Suchtgiftgeruch wahrnehmbar war, wollten die Beamten das Auto sowie die Insassen durchsuchen. Dabei eskalierte die Situation: Der 41-Jährige leistete Widerstand und griff die Polizisten an. Ein Beamter wurde dabei verletzt.
Auch eine 34-jährige Österreicherin, die ebenfalls auf der Rückbank gesessen war, mischte sich ein. Sie versuchte, die Festnahme zu verhindern, und attackierte ebenfalls die Einsatzkräfte. Auch dabei wurde ein Polizist verletzt.
Beide Tatverdächtigen wurden vorläufig festgenommen. Sie werden wegen des Verdachts des versuchten Widerstands gegen die Staatsgewalt sowie versuchter schwerer Körperverletzung angezeigt.
Im Zuge weiterer Ermittlungen stellte sich zudem heraus, dass das Fahrzeug unrechtmäßig verwendet worden war. Die Zulassungsbesitzerin wusste nichts davon, dass ihr Ex-Lebensgefährte das Auto benutzte.
Bei allen Insassen wurden Suchtmittel sichergestellt. Der Lenker, ein 31-jähriger Mann aus der Russischen Föderation, hatte zudem keine gültige Lenkberechtigung. Bei ihm fanden die Beamten außerdem einen Schlagring sowie einen entfremdeten Ausweis und eine fremde Bankomatkarte.
Insgesamt wurden drei Polizisten bei dem Einsatz verletzt, zwei von ihnen konnten ihren Dienst nicht fortsetzen. Die beiden Festgenommenen wurden nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Wien in eine Justizanstalt gebracht.