Mehr Geld für Spitäler

Wien greift durch: Verschärfte Limits für Gastpatienten

Wien verschärft die Regeln für "Spitals-Touristen". Mehr Geld für Ordensspitäler gibt es nur bei weniger Gastpatienten – ÖVP und FPÖ stimmten zu.
Newsdesk Heute
29.03.2026, 22:08
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Im Streit um Gastpatienten zieht Wien die Zügel weiter an. Die Stadt koppelt mehr Geld für Ordensspitäler künftig an strengere Vorgaben.

Konkret geht es um Menschen, die für planbare Eingriffe nach Wien kommen, obwohl diese auch im eigenen Bundesland möglich wären. Genau hier setzt die neue Regelung an.

Mehr Geld – aber mit klaren Bedingungen

Wiens sieben Ordensspitäler erhalten deutlich mehr finanzielle Mittel. Die Förderung für 2025 wurde von 131,7 auf 160 Millionen Euro erhöht, für 2026 sind sogar 174 Millionen Euro vorgesehen.

Im Gegenzug müssen die Spitäler die Zahl der Gastpatienten spürbar reduzieren. Ab 2026 übernimmt die Stadt nur noch 60 Prozent der Gastpatienten-Belagstage aus dem Jahr 2019. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 80 Prozent – eine weitere Kürzung um 20 Prozent.

Alles, was darüber hinausgeht, wird nicht mehr von Wien finanziert. Spitäler, die weiterhin viele Patienten aus anderen Bundesländern aufnehmen, müssen die Mehrkosten selbst tragen.

Klare Zielvorgaben für Spitäler

Als Basis dient das Jahr 2019 mit 96.138 Gastpatienten-Belagstagen. Für 2026 ergibt sich daraus ein Zielwert von 57.683 Belagstagen.

Ausgenommen sind akute Notfälle. Wer etwa nach einem Herzinfarkt ins nächste Krankenhaus gebracht wird, wird weiterhin selbstverständlich behandelt. Planbare Eingriffe sollen hingegen verstärkt im jeweiligen Heimatbundesland erfolgen.

Dass der Druck notwendig ist, zeigen aktuelle Zahlen: Im Orthopädischen Spital Speising lag der Anteil von Gastpatienten im Februar bei 31 Prozent, im Herz-Jesu-Krankenhaus bei 21 Prozent.

Brisant: Alle Parteien dafür

Die Verschärfung wurde parteiübergreifend beschlossen. SPÖ, NEOS, Grüne, ÖVP und FPÖ stimmten sowohl im Gemeinderatsausschuss als auch im Stadtsenat und im Gemeinderat zu.

Besonders brisant ist das wegen des eskalierenden Konflikts mit Niederösterreich – dort regieren ÖVP und FPÖ – weiter für Spannung. Die Landes-Volkspartei hat gegen eines der Wiener Ordensspitäler Klage eingebracht. Unterstützung aus Wien dürfte angesichts des einstimmigen Beschlusses allerdings kaum zu erwarten sein.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 29.03.2026, 22:27, 29.03.2026, 22:08
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