Kein plötzliches Wunder, sondern ein mutmaßlicher Sozialbetrug der Sonderklasse wurde kürzlich am Flughafen Schwechat (NÖ) aufgedeckt. Bei Schwerpunktkontrollen der Kripo bei der Einreise spazierte eine türkische Urlaubsheimkehrerin in die Kontrollstraße – sie zeigte dabei laut Ermittlern weder Gehhilfen noch sichtbare Behinderungen oder sonstige Auffälligkeiten.
Eine genauere Überprüfung brachte Erstaunliches ans Licht: Die Frau bezog in Österreich Monat für Monat Pflegegeld der Stufe 6 in Höhe von 1.685,40 Euro. Das Hilfsgeld ist eigentlich Personen bzw. Pflegenden von Personen vorbehalten, die auf besonders intensive Betreuung rund um die Uhr angewiesen sind und oft gar nicht mehr selbstständig gehen können.
Die Beamten wurden da natürlich misstrauisch und leiteten umgehend Ermittlungen ein – die Taskforce SOLBE (Sozialbetrug) übernahm den Fall. Eine ärztliche Nachuntersuchung brachte zutage, dass die Sozialgeldbezieherin eigentlich kerngesund sei, das Pflegegeld wurde ihr umgehend aberkannt.
Dennoch ist der finanzielle Schaden beträchtlich. Laut bisherigen Erkenntnissen hatte die Türkin rund 150.000 Euro unrechtmäßig kassiert. Die Ermittlungen laufen.
Kürzlich präsentierte die von Brigadier Gerald Tatzgern geleitete Taskforce ihre Ergebnisse. Seit ihrer Gründung konnte ein Schaden von rund 158 Millionen Euro aufgedeckt werden.
Zuletzt intensivierte Kontrollen würden sich in den Fallzahlen widerspiegeln: Während 2016 noch 472 Anzeigen registriert wurden, stieg die Zahl bis 2025 auf 6.062 deutlich an.