Der Fall sorgt weiterhin für Entsetzen! Eine 14-Jährige steht im Verdacht, im Februar auf einem Friedhof in Wien eine 64-Jährige erstochen zu haben. Jetzt gibt eine umfassende psychiatrische Analyse Einblick in die Gedankenwelt des Mädchens - und die hat es in sich.
Die Jugendliche sitzt derzeit in einer streng überwachten Zelle, wirkt meist apathisch und spricht kaum. Nur kurz reagiert sie, wenn sie angesprochen wird, bevor sie wieder in sich versinkt. Laut Gutachten lebte sie zuletzt in einer eigenen, realitätsfernen Welt – das berichtet am Sonntag die "Kronen Zeitung".
Besonders erschütternd sind ihre eigenen Aussagen. Noch am Tag der Tat erklärte sie laut der Tageszeitung gegenüber Ermittlern: "Weil ich diese schreckliche Unruhe in mir bekämpfen musste. Was mir - das wusste ich - nur gelingen würde, wenn ich mich oder wen anderen töte. Und als ich bei meinem Spaziergang neben Gräbern plötzlich jemanden vor mir stehen sah, beschloss ich spontan, dass ich halt diese Person umbringen werde."
Auch das Motiv wirkt verstörend: Sie habe den Drang verspürt, "etwas Arges zu machen, einen Kick zu kriegen. Blut zu sehen, mich endlich wieder einmal richtig zu spüren", heißt es in der "Krone". Alter oder Geschlecht des Opfers seien ihr dabei egal gewesen.
Das Gutachten zeigt, dass die 14-Jährige schon früh auffällig war. Bereits als Kind galt sie als aggressiv und depressiv. In den Jahren danach eskalierte ihr Verhalten zunehmend: Gewalt gegen Mitschüler, Rückzug von der Familie, Kontakte zu Gleichgesinnten im Internet mit düsteren Interessen, berichtet die Tageszeitung.
Dazu kamen Drogenkonsum und eine Faszination für Gewaltverbrechen. Besonders beeinflusst gewesen sein soll sie von einer jungen Täterin aus den USA. "Ich fühlte mich ihr extrem verbunden", sagte die 14-Jährige dazu.
Mehrfach war sie in Behandlung, wurde immer wieder in Spitälern aufgenommen. Dennoch wurde ihre Erkrankung laut Gutachten lange falsch eingeschätzt. Stattdessen entwickelte sich ihr Zustand weiter - bis hin zu massiven Selbstverletzungen, Suizidversuchen und konkreten Gewaltfantasien, heißt es in dem Bericht weiter.
Brisant: Laut ihren eigenen Angaben soll sie bereits zuvor versucht haben, einen Burschen zu töten. "Er wollte unbedingt sterben, ich hatte mich dazu bereit erklärt, ihn zu erwürgen. Was mir aber nicht gelang, weil er sich dann doch gegen mich gewehrt hat", wird sie in der "Krone" zitiert.
Trotz zahlreicher Warnsignale kam das Mädchen immer wieder frei. Auch in einer betreuten Wohngemeinschaft setzte sich ihr Verhalten fort - inklusive Drogenkonsum, Selbstverletzungen und Gewaltfantasien, die sie teils auch in sozialen Medien teilte.
Bist du von Gewalt betroffen? Hier findest du Hilfe
Frauenhelpline (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 222 555
Männernotruf (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 246 247
Rat auf Draht: 147
Autonome Frauenhäuser: 01/ 544 08 20
Polizei-Notruf: 133
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Nach der Festnahme fanden Ermittler Fotos des Opfers auf ihrem Handy. "Ich habe diese Bilder an meine besten Freunde verschickt - ich wollte mich damit von ihnen verabschieden", wird das Mädchen in der Tageszeitung zitiert.
Der Prozess gegen die 14-Jährige wird im Sommer erwartet. Laut Gutachten ist sie zurechnungsfähig, leidet aber an schweren psychischen Störungen. Neben einer Haftstrafe droht ihr auch die Unterbringung in einer spezialisierten Einrichtung.
Selbst die Beschuldigte scheint zu wissen, was ihr droht. "Ich denke, dass ich ziemlich lange eingesperrt sein werde", wird sie in der "Krone" zitiert.