Keine privaten SUP

Kabinenmieter sauer: Paddleboard-Verbot im Gänsehäufel

Hans-Peter L. (51) ist wütend: Obwohl er um 570 Euro eine Kabine im Gänsehäufel gemietet hat, darf er sein eigenes Stand-Up-Paddle nicht benutzen.
Christine Ziechert
29.05.2026, 05:30
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Medienwirksam wurden im April die Neuerungen in den Wiener Bädern angekündigt: So gibt es im Juni erstmals eine Fast-Lane mit elektronischem Check-in für Besitzer einer Dauer- oder Online-Karte im Gänsehäufel. Und im Strandbad Alte Donau werden von 20. Juni bis 2. August längere Öffnungszeiten (bis 20.30 Uhr) getestet – "Heute" berichtete.

Still und leise wurde allerdings auch eine weitere Neuerung eingeführt: Seit 2. Mai gilt in den städtischen Strandbädern (Gänsehäufel, Angelibad, Alte Donau) ein privates Stand-Up-Paddle-Verbot – sprich mitgebrachte SUP dürfen aus Sicherheitsgründen nicht mehr verwendet werden. Das Verbot wurde auch in die Badeordnung aufgenommen.

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Unter Punkt 3 bei Strandbäder wurde das SUP-Verbot in die Badeordnung aufgenommen.
Denise Auer

570 Euro Miete für Zwei-Quadratmeter-Kabine

Das Problem: Das Verbot für mitgebrachte SUP wurde nicht kommuniziert – weder allgemein noch an die Kabinen-Mieter. Auf "Heute"-Nachfrage bei der MA 44 erklärt ein Sprecher: "Da nicht bekannt ist, welche Kabinen-Mieter*innen SUP-Bords verwenden und einlagern und lediglich eine Postadresse bekannt ist, war eine Verständigung nicht möglich."

Auch Hans-Peter L. (51) hatte keine Ahnung davon. Der Favoritener meldete sich im Herbst 2025 bei der MA 44 für eine Kabine (zwei Quadratmeter) im Gänsehäufel an. Kostenpunkt: rund 570 Euro für die Saison, die 4,5 Monate von 2. Mai bis 13. September läuft.

Nur noch Ausleihen möglich

"Ich habe mir gedacht, wenn der Bäderbus eingestellt wird, habe ich vielleicht die Chance auf eine Kabine. Ich wollte dort natürlich auch mein eigenes, aufblasbares SUP einlagern. Es gibt im Gänsehäufel für SUP-Benutzer einen eigenen Zugangsbereich ins Wasser, wo es keine Gefährdung für Schwimmer gibt", erklärt der Wiener. Im Frühling 2026 erhielt er dann den Zahlschein und beglich die Miete.

Zu Pfingsten wollte der 51-Jährige dann die ersten heißen Badetage im Gänsehäufel genießen: "Ich hab' mein SUP aufgeblasen und wollte damit ins Wasser. Da hat mich ein Bad-Mitarbeiter darauf hingewiesen, dass es Badegästen nicht mehr gestattet ist, mit privaten Boards ins Wasser zu gehen. Man kann sie nur noch bei einem privaten Anbieter im Bad ausleihen."

150 Euro für Saison-Paddle-Board

Hans-Peter L. empfindet es "als außerordentliche Frechheit, so eine Vorgehensweise an den Tag zu legen. Kurz vor Saisonstart, eine grobe Änderung der Regeln zu Gunsten eines privaten Anbieters vorzunehmen und die Betroffenen nicht zu informieren. All die vergangenen Jahre war es erlaubt, und es gab auch keine Probleme damit. Hätte ich gewusst, dass es nicht mehr erlaubt ist, hätte ich nicht knapp 600 Euro ausgegeben, nur um dann meinem Hobby nicht nachgehen zu können."

Laut dem Wiener ist er nicht der Einzige, der sich über das neue Verbot aufregt: "Meine Sicht auf die Dinge teilen sehr viele andere, die auch nur wegen ihrer Paddle-Boards eine Kabine gemietet haben." Als "Entgegenkommen" wurde dem 51-Jährigen angeboten, um 150 Euro ein Paddle-Board im Bad für die Saison zu leihen – allerdings nur nach Verfügbarkeit. "Ich zahle doch nicht noch einmal 150 Euro und dann ist nicht einmal sicher, ob überhaupt ein Board da ist", meint Hans-Peter L.

Verleiher beendete Registrierung der Ausfahrten

Ein Sprecher der MA 44 erklärt, dass es grundsätzlich in den Strandbädern gar nicht möglich sei, mit Booten, Kanus oder Stand-Up Paddles aus- und einzufahren, "da die Schwimmbereiche durch Seile und Begrenzungsbojen abgesperrt sind." Nur für den Pächter des Stand-Up-Paddle-Verleihs bestehe eine Durchfahrtsschneise.

"Dieser ist auch für die Ein- und Ausfahrten verantwortlich und registriert die Ausfahrten. Dies soll den Zweck haben, dass alle Sportler auch wieder gut und rechtzeitig im Bad ankommen und keine betriebsfremden Personen einfahren. Als Entgegenkommen hat der Pächter in den vergangenen Jahren auch Badegäste mit privaten Boards registriert. Im Winter hat uns der Pächter mitgeteilt, die Registrierung der Badegäste nicht weiter durchführen zu können", heißt es.

Wassersport gehört nicht zum Bäderangebot

Eine allgemeine Freigabe der Ausfahrt sei aus betrieblichen Gründen nicht möglich, ebensowenig eine Kontrolle oder Registrierung durch das Personal: "Wir verstehen uns als öffentliches Bad mit dem typischen, im Gänsehäufel auch deutlich überdurchschnittlichem Bäderangebot. Wassersportarten an der Alten Donau gehören definitiv nicht dazu. Hier gibt es in Wien kilometerlange geeignete Nutzungsmöglichkeiten", so der Sprecher. Auf Wunsch kann Hans-Peter L. den Mietvertrag einvernehmlich auflösen und erhält eine aliquote Rückzahlung des einbezahlten Betrages.

{title && {title} } cz, {title && {title} } Akt. 29.05.2026, 07:35, 29.05.2026, 05:30
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