Die Zahlen schockieren: Was Wirt Thomas Schwabl früher für Strom und Gas zahlte, hat sich vervielfacht. Vor dem Ukraine-Krieg waren es rund 1.500 Euro für Strom und 800 Euro für Gas im Monat. Jetzt hat er Stromkosten von 6.700 Euro und eine Gasrechnung über 2.400 Euro. Eine Belastung, die selbst für gut laufende Lokale kaum noch zu stemmen ist.
Der Betreiber des Gasthaus Schwabl in Wien-Landstraße unweit des Praters hat dabei längst gegengesteuert – so gut es eben geht. Schon früh setzte er auf Sparmaßnahmen, vor allem beim Energieverbrauch. In seinem Lokal wird warme Abluft aus Küche und Gastraum wiederverwendet, um frische Luft vorzuwärmen. Sogar die Hitze aus Kühlanlagen wird für das Warmwasser eingesetzt.
Viel Geld konnte der beliebte Wirt auch mit kürzeren Öffnungszeiten einsparen. Warmes Essen aus der Küche gibt es jetzt nur mehr bis 21.30 Uhr, früher eine Stunde länger. Sperrstunde ist aktuell spätestens um 23 Uhr, "früher wäre ein Zusperren vor Mitternacht undenkbar gewesen", sagt Schwabl zu "Heute". Das alleine bringt laut ihm bis zu zehn Prozent Ersparnis.
Doch selbst diese Maßnahmen reichen nicht mehr aus, um seine moderaten Preise (Mittagsmenü 12,50 Euro, Rindsgulasch ab 9,90 Euro, Schnitzel 16,50) zu halten. Neben den Energiekosten steigen auch die Preise für Lebensmittel und Personal weiter. Fleisch, Gemüse und Öl sind deutlich teurer geworden, dazu kommt die nächste Lohnerhöhung für Mitarbeiter. Laut Kollektivvertrag steigen die schon am 1. Mai.
Lange hat Schwabl gezögert, seine Preise anzupassen. Zu groß ist die Sorge, Stammgäste zu verlieren, "oft denke ich mir, ich traue mich das nicht mehr. Wie viel soll denn das Schnitzel kosten?" Doch jetzt kommt er nicht mehr daran vorbei. In den nächsten Wochen werden einzelne Speisen teurer, wenn auch moderat. Fischspeisen um etwa einen Euro, manche Fleischgerichte etwa halb so stark.