In Kärnten hat sich die Zahl der Anzeigen wegen Sozialleistungsbetrug im letzten Jahr mehr als verdoppelt. 282 Fälle wurden registriert, ein Plus von 112 Prozent, berichtet die Kleine Zeitung.
Die Tricks sind vielfältig: Eine Frau verschweigt ihren Lebensgefährten und kassiert so 20.000 Euro Notstandshilfe. Ein Mann meldet seine Selbstständigkeit nicht und streicht 10.000 Euro Arbeitslosengeld ein. Besonders dreist: Eine Angestellte meldet sich am ersten Arbeitstag krank – und bleibt ganze 22 Monate zuhause.
Auch falsche Angaben zu Trennungen, vorgetäuschte Obdachlosigkeit oder gefälschte Dokumente wie Meldezettel gehören zu den Maschen. Manche kassieren sogar doppelt - etwa Mindestsicherung und Studienbeihilfe gleichzeitig.
"Immer wieder werden falsche Tatsachen vorgetäuscht, um widerrechtlich an Leistungen zu kommen", sagt Gottlieb Türk, Leiter des Landeskriminalamts Kärnten in der Kleinen Zeitung.
Den Behörden entgeht dabei immer weniger. Durch die enge Zusammenarbeit von Polizei, AMS, Krankenkassen und weiteren Stellen werden Fälle schneller erkannt. Auch technische Kontrollen schlagen Alarm, etwa wenn Leistungen doppelt bezogen werden.
Oft kommen die Ermittler den Tätern aber auch durch Hinweise aus dem Umfeld auf die Spur. "In Einzelfällen kommt es aber auch vor, dass Nachbarn, der Ehemann oder die Ehefrau nach der Trennung die Taten melden", so Türk.
Der Anteil ausländischer Tatverdächtiger ist in diesem Bereich deutlich höher als im Durchschnitt. Österreichweit liegt er bei rund 70 Prozent.
Die Aufklärungsquote ist dafür enorm hoch: 99,5 Prozent der Fälle werden geklärt. Trotzdem gehen Experten von einer hohen Dunkelziffer aus.
In ganz Österreich werden jährlich Sozialbetrugsfälle im Wert von rund 25 Millionen Euro aufgedeckt.