Vorerst kein Bau

Millionen-Projekt auf Eis – Brücke in Stadlau gestoppt

Aus für ein "historisches Projekt" in der Donaustadt: Die geplante Rad- und Fußgängerbrücke beim Gewerbepark Stadlau wird vorerst nicht gebaut.
Wien Heute
21.04.2026, 08:43
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Bei der Ankündigung herrschte großer Aufruhr, als "historisches Projekt" wurde die rund 700 Meter lange Rad- und Fußgängerbrücke beim Gewerbepark Stadlau angekündigt. Nun fällt sie allerdings dem Sparstift zum Opfer.

Noch nicht ganz abgeschrieben

Im September 2024 hatte die Stadt Wien das Vorhaben groß angekündigt, sogar Probebohrungen liefen bereits. Der Baustart war ursprünglich für den Sommer geplant. Doch daraus wird nichts. "Aus budgetären Gründen wird es aktuell keinen Baustart für die Brücke über den Gewerbepark Stadlau geben", bestätigt die zuständige MA 29 auf Anfrage von "Wien heute".

Ganz abgeschrieben ist das Projekt aber nicht. "Da es sich grundsätzlich um eine wichtige lokale Fußwegeverbindung und Teil einer bezirksübergreifenden Radverkehrsachse handelt, wird eine Weiterführung des Projekts angestrebt, sobald die Rahmenbedingungen dies zulassen", heißt es weiter.

"Routen mit dem Rad nicht sicher"

Die Brücke hätte rund 28 Millionen Euro gekostet und eine wichtige Lücke im Radnetz schließen sollen – zwischen Kagraner Platz und Seestadt. Geplant war eine direkte Verbindung vom Quartier Marlen-Haushofer-Weg über den Gewerbepark Stadlau bis zur Süßenbrunner Straße.

Derzeit sorgen die ÖBB-Trasse und die S2 für eine klare Trennung der Stadtteile. Eine Querung gibt es nur für die Straßenbahn – für viele bedeutet das lange Umwege. Genau das kritisiert auch die Radlobby. Sprecher Roland Romano verweist darauf, dass Ziele eigentlich nahe beieinander liegen: "Da liegen rund 1,3 Kilometer dazwischen. Der Umweg ist dann aber doppelt so lang." Wer in Richtung Gewerbepark unterwegs sei, müsse teils zwei- bis dreimal so lange Strecken in Kauf nehmen. Außerdem seien manche Routen mit dem Rad nicht sicher.

Sequenz: "Katastrophe für Anrainer"

Auch politisch sorgt das Projekt-Aus für Diskussionen. Laut MA 29 sei es ein Versäumnis, dass die Brücke nicht schon gemeinsam mit der Straßenbahnbrücke errichtet wurde – und verweist auf die damalige Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne).

Die Grünen weisen das zurück. Die Planungen hätten bereits vor ihrer Amtszeit begonnen, so Mobilitätssprecherin Heidi Sequenz: "Leider hatten der Rad- und Fußverkehr damals noch eine sehr geringe Priorität und wurden beim Bau der Straßenbahnbrücke nicht mitgedacht." Für die Menschen vor Ort ist die Entscheidung jedenfalls ein schwerer Rückschlag. Sequenz spricht von einer "Katastrophe" für die Anrainer.

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