Clanchef soll eigene Familie schwer misshandelt haben

Der Angeklagte (sitzend)
Der Angeklagte (sitzend)privat
Ein 65-Jähriger soll über Jahrzehnte seine eigene Familie im Mostviertel gequält, Frauen vergewaltigt und geschlagen haben.  

Laut Staatsanwaltschaft St. Pölten herrschte ein 65-Jähriger über Jahrzehnte brutal als Clanchef, lebte nach eigenen Regeln, abseits der Gesellschaft.

Dutzende Vergewaltigungen

Gestern musste er sich wegen Vergewaltigung, Missbrauch, Sachwucher (er verlangte von Bekanntem für 5.000 Euro-Darlehen 12.000 Euro zurück) und anderer Delikte in St. Pölten vor Gericht verantworten. Der Mostviertler soll seit Mitte der 70er-Jahre seine Nichte (49) regelmäßig vergewaltigt und erniedrigt haben. Auch die Stieftochter und zugleich Nichte (47) soll laut Anklage mit Schlägen gefügig gemacht worden sein.

Eine Ex-Freundin soll er im Wald attackiert haben und gedroht haben: „Ich betoniere Dich ein wie die Mitzi. Bei mir gibts keine Spuren.“

Mordalarm im Mostviertel

Tatsächlich war in den 80er-Jahren die damalige Lebensgefährtin spurlos verschwunden, 2019 drehte die Polizei die Grundstücke des Verdächtigen im Mostviertel um, fand aber keine Leiche - mehr dazu hier. Die Polizei ermittelte damals genau und kam auf die mutmaßlichen Sexualdelikte sowie die mögliche Unterdrückung eines Knechtes drauf - mehr dazu hier.

Der Gutachter verglich beim Prozess die Schwere der psychischen Leiden der Opfer mit einer Querschnittslähmung. Ein Teil des Prozesses wurde unter Ausschluss geführt. Die Opferanwältin meinte: "Die Familie war von der Gesellschaft abgetrennt, lebte nach eigenen Regeln. Frauen wurden innerhalb der Familie verheiratet, damit das Blut rein bleibt."

"Ist nur Verschwörung"

Der Angeklagte selbst bestritt alles, sprach von einer Verschwörung gegen ihn. Der Prozess wurde vertagt, weitere Zeugen sind geladen. Die Unschuldsvermutung gilt.

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