Spaniens Team ist noch nicht in WM-Form. Am Donnerstagabend mussten sich die Iberer mit einem 1:1-Remis gegen Außenseiter Irak begnügen. Das Ergebnis des vorletzten WM-Tests darf man aber auch nicht überbewerten.
Der amtierende Europameister ist natürlich einer der ganz großen Favoriten auf den WM-Titel, könnte womöglich auch auf Österreich treffen – sollte das ÖFB-Team Gruppen-Zweiter werden und die Spanier ihre Vorrundengruppe gewinnen. Der spanische Erfolgstrainer Luis de la Fuente sieht sein Team auch selbst im Kreis der Titelanwärter. Die Deutschen aber nicht.
"Wir fühlen uns in der Lage, um den Titel mitzukämpfen", sagte de la Fuente vor dem Test-Duell gegen den Irak. Danach zählte der 64-Jährige Nationen auf, die seiner Meinung nach ebenso um den Titel mitkämpfen können: "Meiner Meinung nach ist es eine historische Weltmeisterschaft, weil es viele Mannschaften mit Chancen gibt: Frankreich, England, Argentinien, Brasilien, Marokko, Spanien, Portugal, Senegal", meinte der Europameister-Coach.
Die meisten europäischen Länder, sowie die zwei südamerikanischen Vertreter, sind selbsterklärend. Marokko und der Senegal haben zuletzt das vieldiskutierte Finale des Afrika Cups bestritten, während die Marokkaner tatsächlich als Mitfavorit gehandelt werden, genießt der Senegal eher eine Außenseiterrolle.
Überraschend ist jedenfalls, dass de la Fuente eine Mannschaft nicht nennt: Deutschland – immerhin Siebter bei den Buchmachern mit einer Wettquote von 15 auf den Titel. Zum Vergleich: Österreich liegt mit einer Quote von 100 da deutlich dahinter.
Der 64-Jährige sieht jedenfalls Parallelen zum Jahr 2010, als Spanien erstmals Weltmeister wurde. Auch damals ging die "Furia Roja" als amtierender Europameister ins Turnier, sei die Mannschaft von großem Zusammenhalt geprägt gewesen. Er habe sich auch mit dem damaligen Erfolgstrainer Vicente de Bosque unterhalten, erzählte der nunmehrige spanische Teamchef. Nun planen die Spanier 16 Jahre später erneut den großen Wurf.