"Kein Sichtschutz"

Container-Wahl in St. Pölten: "Fühlte mich beobachtet"

Eine Bürgerin nutzte den ersten Tag in St. Pölten, wählte mit Wahlkarte direkt beim Rathaus. Der Urnengang löste bei ihr aber Unbehagen aus.
Erich Wessely
08.01.2026, 04:00
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Am Sonntag, 25. Jänner, wird in St. Pölten der Gemeinderat neu gewählt. Seit Mittwoch, 7. Jänner, kann bereits gewählt werden, nämlich mit einer Wahlkarte direkt beim Rathaus.

Etwa 44.000 Wahlberechtigte gibt es, gewählt werden 42 Gemeinderätinnen und Gemeinderäte. Wer am Wahltag verhindert ist, für den gibt es die Möglichkeit der Briefwahl mittels Wahlkarte.

Diese kann schriftlich, online oder persönlich beim Magistrat beantragt werden. Am St. Pöltner Rathausplatz steht dazu – wie beim letzten Urnengang vor fünf Jahren wieder ein Wahlkartencontainer – bereit. Hier kann man mit der Wahlkarte gleich direkt wählen. Der Container ist zu den Bürgerservice-Öffnungszeiten offen.

"Ich habe mich so geärgert"

Gleich als eine der ersten nutzte eine "brave St. Pöltnerin" ihr Wahlrecht, wählte mittels Wahlkarte am Rathausplatz. "Ich muss sagen, ich habe mich so geärgert. Wenn man will, sieht der nachkommende Wähler in der Schlange, was man gewählt hat. Das ist eine bodenlose Frechheit, dass es überhaupt keinen Sichtschutz gibt, ich fühlte mich unwohl und beobachtet, habe mich immer wieder umgedreht, ob wer schaut."

Hinzu kommt nämlich: Der Stimmzettel wurde neu gestaltet. Er ist nun deutlich größer, die Kandidatinnen und Kandidaten sind direkt unter den jeweiligen Parteien aufgelistet. "Die SPÖ ist ganz links zum Ankreuzen, andere Parteien dann mittiger oder weiter rechts. Schon von der Handführung kann der Hintenanstehende erahnen, wen man gewählt hat." Der Vorschlag der Wählerin: "Wenn man nur einen Vorhang hinhängt, wäre sicher einigen Wählern wohler."

Kritik der FPÖ: "Darf nicht sein"

Landesrat und FPÖ-Spitzenkandidat Martin Antauer sieht Handlungsbedarf: "Hier wird das Wahlgeheimnis mit Füßen getreten. Es darf nicht sein, dass sich eine Wählerin beim Abgeben der Stimmen beobachtet fühlt und jeder in der Schlange dahinter bzw. vom Rathausfenster aus sehen kann, ob SPÖ gewählt wird oder nicht."

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