Ab Montag dürfen Handel, Dienstleistungen und Schulen wieder durchstarten, doch so kurz vor dem Ende des Lockdowns stehen die Zeichen noch lange nicht auf Entspannung. Zwar gibt es bereits einen sichtbaren Abwärtstrend bei den Neuinfektionen, dennoch sind die Zahlen weiter zu hoch. "Mir geht es jeden Tag zu langsam nach unten, aber der Trend stimmt", sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am gestrigen Mittwoch.
Das zeigt sich auch bei der heutigen Ampelschaltung: Die Experten-Kommission hat anhand der neusten Daten das Infektionsrisiko in jedem Bezirk neu beurteilt – und kam zu dem selben ernüchternden Ergebnis wie in den letzten Wochen. Ganz Österreich bleibt tiefrot eingefärbt. Heißt: In allen Bezirken des Landes besteht "sehr hohes Risiko".
Anschober selbst möchte bis nächsten Mittwoch die Infektionszahlen noch massiv drücken. Der jüngsten Experten-Prognose zufolge, soll es bis 9. Dezember eine Reduktion auf etwa 2.000 Neuinfektionen pro Tag geben. Die Wirkung des derzeitigen Lockdowns wird voraussichtlich auch nach seinem Ende noch etwas nachhalten, was sich in den Zahlen wiederspiegeln wird.
Auch Kanzler Kurz hatte am Mittwoch erklärt, dass die Zahlen vor Weihnachten noch "sehr, sehr stark" gedrückt werden müssten, "damit nicht unter jedem Baum ein Infizierter sitzt".